Vorsorgemöglichkeiten

Eine von vielen Vorreiterinnen in Sachen Vorsorge ist Frau Sawsan Chebli. Die SPD Politikerin trägt ihre Vorsorge am Handgelenk. Sie wurde wegen einer Uhr ausgelacht. Sie wurde geketzt. Es wurde gehetzt. Diese Uhr wird im Wert nie fallen. Vor 40 Jahren kostete sie 160 Dollar. Zudem hat Frau Chebli bereits zu Lebzeiten etwas davon. Das ist ja stets das Argument derer, die im Monat keine 18,—€ für eine private Vorsorge-Versicherung ausgeben wollen: "Vorsorge? Davon habe ich nichts!" Nun fuhr man Frau Chebli ziemlich heftig in die Seite. Vielleicht war die Uhr ein Liebesgeschenk. Vielleicht hat sie sich selbst für einen Erfolg belohnt. Politisch skandalöse Uhren lösten den Alarm im Ka de We aus. Politisch skandalös wäre eine gefälschte Uhr mit echten Papieren. Die Uhr von Frau Chebli passt in die politische Zeit. Sie beweist, dass eine Firma, die nie wirklich richtig tickende Uhren herstellte, einen unglaublichen Erfolg haben kann. Sie beweist, dass eine Firma Kultur erschaffen kann, Träume wecken kann, Gefühle transportieren kann, 400 Meter in die Tiefe tauchen kann, ohne auch nur einen Follower zu benötigen. Sie beweist, dass eine einst kleine Firma Künstler, wie Gregory Colbert, supporten kann, um Fantasien und wundervolle Geschichten in unsere Welt zu bringen, die Menschen verzaubern, ihren Atem rauben und ihre Gefühle bewegen. Politisch skandalös sind Menschen, die nie auch nur ein Lebensgefühl transportieren konnten - die Marke und den Preis einer Uhr aber genau benennen können. Das ist erbärmlich, billig und unterirdisch. Samira El Quassil wünscht in ihrer Kolumne, dass alle Menschen eine solche Uhr bekommen. Ihr Großmut ehrt sie, wird aber den Stern nicht weitsichtiger machen. Ausgebildete Journalisten müssen ausbilden und sie müssen sich endlich klar distanzieren, indem sie über ihren Fachkräftemangel berichten. Frau Chebli hat eine Uhr - und der Stern kann auf keiner Uhr die 11.55 Uhr erkennen.