Das wahre Leben

Marschner_Paris
Es kann keine Trauerkultur geben. Man muss erst sein wahres Leben finden. Es gibt leider keinen Schalter, keinen Button, der die Suche übernehmen könnte. Das "richtige" Trauern gibt es nicht. Es wird lange Weilen geben. Es wird kurze Weilen geben. Es kommen gute Gefühle. Es kommen grauenvolle Gefühle. Es kommen ratlose Zeiten. Dazu gesellen sich kollektive Gedankenfehler, die bei den Worten Trauer, Kummer, Schmerzen gedacht werden. Bernd durchlebt einen großen Trennungsschmerz. Er soll sich schnell wieder einkriegen, denn die Kinder in Syrien erleiden viel größere Schmerzen. Das Absurde ist, dass Bernd empathisch bleiben soll. Lilo hat ihre Mutter verloren. Sie wurde 84 Jahre alt; und nun hat sie ES geschafft. Trost gibt es ergo nur, wenn ein Mensch ES nicht geschafft hat. ES ist sicher variabel. Was tötet Empathie, Liebe, Trauer, Kummer, Erinnerungen, Träume, Fantasien ab? Es ist nicht der Hass. Es ist der Stumpfsinn. Alle Hinterbliebenen müssen das Stumpfsinnige aus ihrem Leben werfen. Jetzt. Sie müssen es meiden und ignorieren. Das klappt. Salma Hayek zeigt eine sehr fantasievolle Strategie, um eine traurige Stimmung zu erleuchten. Die Stimmung eines anderen Menschen aufhellen meint: Trösten. Das wahre Leben leuchtet dann ein wenig mehr.