Auf die Freiheit! Es gibt leider keine Karten mehr.

Marschner_RBB
Ich mache mich für meine Hinterbliebenen unbeliebt. Beim Standesamt Kreuzberg bin ich die Punkt, Punkt, Punkt. Die Direktorin der Charité zeigte mich an. Sie war beleidigt, weil ich nicht nur ihren teuren Schal bemerkte. Diese Arbeitskleidung in einer städtisch unterbesetzten Klinik, die ihre Pathologie an Bestatter verscherbelt, finde ich beleidigend. So erklärte ich das dem Kripobeamten. Jene Direktorin fühlte sich beleidigt und auch bedroht. Auf Friedhöfen habe ich sicher auch viele Namen. Arbeiten ist ein Teil meiner Arbeit. Im russischen Konsulat habe ich gegen eine Panzerscheibe gebrüllt, weil eine Familie in Russland auf ihren Verstorbenen wartete. Erst später wurde mir klar, dass ich auf russischem Boden stand. Die Allmacht! Auf die brasilianische Botschaft freue ich mich schon heute. Dort wird man sich sicher beim nächsten Marschner-Fall rächen. Mein Name ist dort vertraut, weil ich mich temperamentvoll für meine Kunden einsetzte. Also - Ich finde mich total couragiert. Berliner Handwerker wissen, dass die Späne fällt, wenn der Hobel bedient wird. "Was kümmerst Dudichdenndarum. Das bringt doch nichts. Du verbrennst Dir den Mund; und am Ende steht niemand hinter Dir." Das ist richtig! Diese Aussage stimmt! Ich habe mich in meiner Freizeit für Deniz Yücel eingesetzt. Ein Journalist, ein Mensch, den ich persönlich nicht kenne. Ich glaubte dem Twitter-Solikonzert. Ich vertraute dem riesigen Facebook-Volksfest. Ich lief in den deutschen Medienrummel. Ich unterschrieb Petitionen, die Europa eroberten . Ich überzeugte misstrauische Freunde, die Herrn Yücel nicht kennen. Ich sprach mit Kollegen. 1 Jahr #FreeDeniz. Nach seiner Freiheit liest er in einem Kreuzberger Saal. 400 Sitzplätze. Ende Volksfest. "Er liest für seine Freunde und Unterstützer." Die einfachen Stimmen braucht er jetzt nicht mehr. Wer auch immer Deniz Yücel ist. Er hat Berlin nicht verstanden. Und wer Berlin nicht verstanden hat, der hat die Freiheit nicht verstanden.