Hochkulturen

Die Trauerkultur ist eine sehr komplexe Hochkultur. Sie ist, logischerweise, auch eine Multikultur. In Kulturen geht es ausschließlich um Befindlichkeiten, um Rituale und um Gefühle. Frau Chebli (SPD) versucht tatsächlich diese komplexe Hochkultur auf Facebook zu erklären. In einem Posting beschreibt sie ihre Reise nach New York. Das allein hätte zunächst gereicht. Sie bemerkt: "...wo Leute wie ich "Deutsche ohne Zusatz" - also ohne Migrationshintergrund sein können…ich kann dort sagen: "Ich bin Deutsche" und keiner fragt nach: "Ja, aber woher kommst Du wirklich?" Wie schön, dass Frau Chebli also ohne Probleme in die USA einreisen konnte. Farben bekennen. Frau Chebli hebt einen Kurzfilm von Katja Riemann heraus, die Farben bekennt: "…die Vorstellung, dass in Deutschland nur Deutsche sind, mit deutschen Eltern, mit deutschen Grosseltern (...) für mich schier unerträglich ist". Ein Komplex verbindet beide Frauen. Die Hochkultur, die Multikultur trennt sie beide, durch ihre eigenen Statements. Beide Frauen definieren sich über ihr Leiden. Frau Chebli ist eigentlich erst in Amerika eine echte Deutsche, die erst dort arabische Spezialitäten genießen kann. Frau Riemann möchte keine echte Deutsche sein. Sie möchte sich mit der Elegance, die Frau Chebli selbstverständlich nur ihren Wurzeln zu verdanken hat, dekorieren. Beide Frauen verstümmeln eine einmalige Hochkultur. Mit Holzklotzen poltern sie quasi über Friedhöfe, räumen spirituelle Altare ab, stören die Stille und rülpsen. Von Frau Chebli hätte ich mehr erwartet.