Black Carpet

Marschner_Act
Als die Schauspielerin, Claudia Eisinger, ihre Petition für #blackcarpetberlinale auf Change.org gestartet hat, habe ich natürlich unterschrieben. Einige Tage später kam eine Meldung von Change.org, dass die Petition über 15.000 Unterschriften sammeln konnte. Auf der Seite fiel mir auf, dass Petitionen, die die Misshandlungen von Tieren beschreiben, in kurzer Zeit über 100 000 und auch über 200 000 Unterschriften einsammeln. Die Argumente dafür sind durchaus bekannt: Tiere sind offen. Sie haben keine Hintertüren, die Tierquäler aussperren könnten. Menschen sind selbst schuld, wenn sie ihre Hintertüren öffnen. Es ist DIE Einladung für einen Rape - nicht etwa für Freude. Ich fand Claudia Eisingers Idee, einen schwarzen Berlinale-Teppich zu legen, absolut intelligent und sehr wichtig. Kathleen Gallego Zapata ist Schauspielerin. Sie hat diesen Beruf gelernt. Sie produziert Fantasien. Sie kann unglaublich gut improvisieren; und sie kann extrem schnell in andere Formate gehen. Die Schauspielkunst wird sterben, wenn die neue Schule "Wedel" heißt. Gute Schauspieler müssen mit ihren Körpern und ihren Geistern in fremde Körper und Geister schlüpfen. Die Kunst wird sehr sicher sterben und elendig ersticken, wenn Schauspieler und Schauspielerinnen in einer Rolle gehalten werden, in der sie erstarren, weil diese Rolle ein Wedelscher Käfig ist. Weinstein und Wedel vergiften die Kunst. Sie fixieren alle Künstler. Sie brennen die Traumfabriken nieder. Der Beweis für ihre Käfige ist das jahrelange Schweigen. Der schwarze Teppich wäre das Symbol für verbrannten Boden, für kranke Wolken, für Abgründe, in die Künstler getreten werden - wie Schlachtvieh. In Hollywood fallen die Superstars. In Deutschland stieg nie auch nur ein Superstar auf. Bravissimo. Beerdigen wir also die Künstler mit den schnöden und schlichten Worten: "Sie machten die Türen dafür auf."