Das Ende der Schubladen

Ich denke, dass Menschen eine ungeheure Angst vor ihrem eigenen Leben haben. Sie haben Angst vor ihren Energien, vor Ihren Gefühlen, vor ihren Magien - sie haben sogar Angst vor der Angst. Ich glaube daran, dass Worte, also Gedanken, zunächst nur den Sprecher verändern. Ich wählte deshalb zum Beispiel nie das Wort Rassismus. Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass dieses Wort den Sprecher selbst zum Rassendenken verleitet, also Menschen in Schubladen stecken möchte: Es kann nur dann Rassisten geben, wenn Menschen das Rassendenken befördern. Scheinbare Linke bleiben immer dann scheinbar, wenn sie sich ausschließlich verkleiden. Ein Mann in einer Zimmermannshose, und das muss dringend thematisiert werden, kann aufgrund seiner Kleidung in die rechte Schublade gesteckt werden, ist eigentlich tolerant, hat eventuell selbst einen Migrationshintergrund. Eva Hermanns Gesinnung gab es weit vor ihren Aussagen. Thomas Gottschalk erzählte seine Witze schon vor seiner Twittermeldung. Die Meinung von Ingrid Steeger zum Thema Vergewaltigung wird von Menschen gedruckt, veröffentlicht und verkauft, die selbst glauben, dass gesunde Männer zwangsläufig Vergewaltiger werden können. Damit befördern sie den Hass zwischen Mann und Frau, den es grundsätzlich nicht gibt. Frau Deneuve ist kein Sprachrohr für DIE Frauenwelt. Sie wird, wie immer, von den Medien benutzt, um Auflage zu machen. Ärger und Auflagen sind keine Zukunftsvisionen. Es handelt sich allenfalls um einen pubertären Albtraum, der von einer Gruppe (AfD) genutzt wurde, die ich nicht Partei nennen werde. Ich stecke diese Gruppe also nicht in politische Schubladen. Wir brauchen demnach schnelle, sehr konzentrierte, smarte, "schlanke" und strategische Denker, die in die Zukunft weisen. Zunächst erkenne ich, dass Bildung keine Rolle spielt - Intelligenz schon überhaupt nicht. Um in der Zukunft bestehen zu können, brauchen junge Menschen noch immer den richtigen Pass; sie brauchen Geld und sie brauchen Antrieb und Motoren, also Vorbilder. Das spricht dafür, dass Politik in Gänze und sehr grandios versagt hat. Das Ende der Gehirnwäschen ist immer das Ende der Schubladen. Und erst dann kommen die Visionen, die Ideen, die Strategien, die Künste. Ich weiß, dass Barbara Schöneberger sehr beliebt ist. Meine Vorbilder sind Queen Latifah, noch bevor MTV die Black Music spielen wollte, Juliane Bartel, die leider zu früh verstorben ist; und ich mag den tiefenwirksam intelligenten Humor von Elke Heidenreich. Miriam Meckel könnte eventuell ihre androide Sprache in eine humanoide Sprache verwandeln, mehr Zuschauer generieren, um die Verbreitung von unpassenden Protagonisten im Rechtsausschuss zu verhindern. Ich habe das untrügliche Gefühl, dass die Zeit für Leben und Tod, Freude und Trauer erst dann für die Menschen (er)lebbar ist, wenn politische und journalistische Fehltritte angesprochen werden, um sie in Zukunft zu vermeiden. Die Quizshow, in der Frau Kebekus und Frau Hayali Hatepostings kichernd vervollständigen sollten, war pubertärer Quark, der nicht als Wir Journalisten machen einen guten Job in kluge Köpfe eingerührt werden sollte. Ich springe als Bestatterin aus den Schubladen. Das ist alles. Danke für die Aufmerksamkeit.

Oberflächen

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Die Eleganz des Igels

Mein Lieblingsbuch wurde von einer Französin geschrieben. Das allein macht das Buch besonders: Madame Michel. Die Concierge. In DER Rue de Grenelle. Muriel Barbery. Geboren in Casablanca. Absolventin der "Normale sup". Philosophiedozentin in der Normandie. Die Terrasse vor meinem Geschäft ist noch nicht gestaltet. Der Anblick von drinnen ist wunderbar. Das Auge blickt auf warme Farben. Hausbewohner und Gäste des Cafés parken ihre Fahrräder gerne auf meiner Terrasse. Sie diskutieren, wenn ich sie darum bitte, die Fläche zu verlassen. "Halt die Fresse. Dann mach doch hier einen Zaun hin." Ein Mann, der mir in meinen Räumen den Mund verbieten möchte, der mir gleichermaßen einen Zaun empfiehlt, wird seinen Schwiegereltern für seine Eigentumswohnung ewig dankbar sein müssen. So einer kann keinen Coffee-to-go als Dankeschön anbieten. Der erste Satz in dem Buch von Muriel Barbery klingt nicht zauberhaft: "Um Marx zu verstehen und zu verstehen, warum er unrecht hat, muss man ,Die deutsche Ideologie' lesen." Die Bewohnerin über mir stampfte zur Begrüßung über meine Terrasse. Sie presste ein Gerät in ihr Gesicht. Italienische oder spanische Sprachfetzen flogen. Sie wurde lauter und lauter. In der Betrachtung, aus den Räumen heraus, wirkte sie schwerkrank. Die modische Glitzerjacke konnte sie nicht mehr retten. Ihr Zorry meinte: "Halt die Fresse." Sie huschte davon und ihre Haltung war zertrampelt. Ich hoffe nur, dass die Katzenhaare auf meiner hinteren Terrasse von einem Kater stammen, der Tolstoi heißt. Die Kinder am Am Lokdepot sind hoffentlich nicht suizidgefährdet, wie die 13-jährige Paloma aus der Rue de Grenelle. Ein hochbegabtes Mädchen, das die Harmonie in der Bewegung der Welt vermisst: "…so wäre mein Leben doch der Mühe wert." Mir gefällt die Idee sehr, dass durchaus hochnäsige Kinder auf meiner Terrasse Go spielen, einen Faible für das Schöne und Reine hegen. Erst wollte ich ein weißes Tuch über den Boden meiner Terrasse spannen. Das funktioniert allerdings nur mit Menschen, die eine achtsam gepflegte und sortierte Vergangenheit in sich tragen. Die Idee habe ich schnell gelassen. In den oberen Etagen wohnt der Aufwiegler mit seiner dominanten Gattin. Sie dachten, dass ein Haus sie verändern könnte. Die Gattin glaubt fest daran, dass ihre Ehe perfekt ist, wenn er die Kleidung trägt, die sie ihm in Internetkatalogen bestellt. Selten haben sie Gäste. Vor dem Wochenende wurde ein Fahrrad an das Geländer meiner Terrasse gekettet. Es hätte im Flur stehen können. Es hätte im Hof stehen können. Ich klingle im ganzen Haus. Alle Anwesenden verstecken sich hinter ihren "Gardinen". Ich nehme die Flex und löse die Kette vom Fahrrad. Ich denke, während die Funken sprühen, an Madame Michel. Ich bin begeistert, dass der Akku lange aufgeladen bleibt; und ich wünsche mir, dass bald ein freundlicher Japaner im Haus einziehen wird. Dann höre ich aus der oberen Etage Rufe. Menschen winken mir zu! Sie sahen das, was sie sehen wollten, um ihr Dasein mit Geschichten anreichern zu können. Und dann, urplötzlich, wird mir klar, dass ich meine Terrasse mit Licht gestalten muss. Das konnten Menschen nie zerstören - das Licht. Die Eleganz des Igels beschreibt, dass ein Bauwerk, ein Kunstwerk kein Mittel gegen den Tod ist.

Unternehmer und Schauspieler

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Béton brut

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Hochkulturen

Die Trauerkultur ist eine sehr komplexe Hochkultur. Sie ist, logischerweise, auch eine Multikultur. In Kulturen geht es ausschließlich um Befindlichkeiten, um Rituale und um Gefühle. Frau Chebli (SPD) versucht tatsächlich diese komplexe Hochkultur auf Facebook zu erklären. In einem Posting beschreibt sie ihre Reise nach New York. Das allein hätte zunächst gereicht. Sie bemerkt: "...wo Leute wie ich "Deutsche ohne Zusatz" - also ohne Migrationshintergrund sein können…ich kann dort sagen: "Ich bin Deutsche" und keiner fragt nach: "Ja, aber woher kommst Du wirklich?" Wie schön, dass Frau Chebli also ohne Probleme in die USA einreisen konnte. Farben bekennen. Frau Chebli hebt einen Kurzfilm von Katja Riemann heraus, die Farben bekennt: "…die Vorstellung, dass in Deutschland nur Deutsche sind, mit deutschen Eltern, mit deutschen Grosseltern (...) für mich schier unerträglich ist". Ein Komplex verbindet beide Frauen. Die Hochkultur, die Multikultur trennt sie beide, durch ihre eigenen Statements. Beide Frauen definieren sich über ihr Leiden. Frau Chebli ist eigentlich erst in Amerika eine echte Deutsche, die erst dort arabische Spezialitäten genießen kann. Frau Riemann möchte keine echte Deutsche sein. Sie möchte sich mit der Elegance, die Frau Chebli selbstverständlich nur ihren Wurzeln zu verdanken hat, dekorieren. Beide Frauen verstümmeln eine einmalige Hochkultur. Mit Holzklotzen poltern sie quasi über Friedhöfe, räumen spirituelle Altare ab, stören die Stille und rülpsen. Von Frau Chebli hätte ich mehr erwartet.

Die Heiligtümer des Todes

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Meine Firmenkultur

Für mich ist es ungemein wichtig, dass ich mit angenehmen Partnern arbeiten kann, die einen harmonischen Umgang pflegen können. In den letzten 2 Jahren habe ich neue Edelsteine auf dem Markt gefunden, die meinen Hinterbliebenen einen schönen Abschied rahmen werden. Die neue Druckerei funkt auf meiner Wellenlänge. Sie verarbeitet edle Kartons, interessante Formate und wunderschöne Schriften. Kürzlich wurde mir eine gute Grafikerin empfohlen und eine Fotografin. Ziemlich verwegen ist eine Technik-Firma, mit der ich einen Guerilla-Abschied entwickelt habe. Floristen waren eine echte Herausforderung. Nun verbindet sich klassisches Handwerk mit Kreativität und ich kann bahnbrechend florale Erinnerungen liefern. Die Musikeragentur, mit der ich seit vielen Jahren zusammenarbeite, hat konstant hohe Qualitätsmerkmale. Spitzenmusiker umrahm(t)en jeden Abschied mehr als zuverlässig. Bisher gebuchte Redner und Rednerinnen zeigten in den letzten Jahren ihre Neigung zur Indiskretion, ihren Hang zum Narzissmus. Die Gesamtauftritte zeigten leider eine schlechte Arbeit. Nun habe ich ausgebildete Redner und Rednerinnen gefunden, die in den Bereichen Sprechtechnik, Schauspiel und Moderation fundiert ausgebildet wurden. Ihre Umgangsformen stehen für absoluten Respekt und Diskretion. Ihre Stimmen sind satt und unverstaubt. Ihre Sprachgewänder sind wirklich fantastisch. Meine Auswahlkriterien waren vorher absolut klar: Authentizität und natürliches Selbstbewusstsein. Nur das Beste für meine Gäste.

Trauerkulturen

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Wahrheit

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Die Nächte der tausend Teile

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Meine Oma und die heiligen Hallen

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Jenseits - in 2018

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