Urteil Mord

Mich hat das Urteil der "Kudamm-Raser" beschäftigt. Am Ende bewunderte ich den Richter, der den Mut hatte, die Dinge beim Namen zu nennen. MORD. Eine harte Strafe, weil wir einen Menschen aus unserer Gemeinschaft verloren haben, der nicht durch >>Unfall mit Todesfolge<< gestorben ist. Ich habe einen integeren Journalisten nach seiner Meinung gefragt. Er findet das Urteil richtig, weil die Fahrer den Tod eindeutig in Kauf nahmen. Sie waren keine beruflich gehetzt Unachtsamen, die mit 50 km/h um die Ecke fuhren und einen Radfahrer erwischten. Sie waren keine gestressten Autofahrer, die einen Motorradfahrer anfuhren, der im toten Winkel ihres Austospiegels unsichtbar wurde. Beim Autofahren geht es immer um Sekunden. Es geht nie um eine volle Minute. Ich haderte mit dem Urteil, bis mir klar wurde, dass ich natürlich auch eine Hinterbliebene bin, dass der Richter ein Hinterbliebener ist, dass der Journalist ein Hinterbliebener ist. In einer einzigen Sekunde wird ein Mensch getötet. Wie viele Menschen überquerten in 59 Sekunden diesen Todesort? Sicher! Die Fahrer sind nicht in ihr Auto gestiegen und haben gesagt: "Heute töten wir einen Menschen." Allerdings haben sie die Formel meines Fahrlehrers ignoriert: "Du bedienst ein Waffe, wenn Du die Regeln brichst." Diese Fahrer waren nicht abgelenkt. Sie waren unberechenbar! Und die Macht genossen sie über die Maße! Sie hatten aus einem Auto eine Waffe gemacht. Dieses Urteil wird mir helfen - bei einer Klage gegen einen Autokonzern. Ein Auto-Leasinggeber fordert wiederholt Schadenssummen. Die Vollkaskoversicherung, die bezahlte hauseigene Servicekarte wird stets außer Kraft gesetzt. Die Aktivitäten der hauseigenen Bank kann dieser Autokonzern nicht mehr überblicken. Ein Phänomen dieser Zeit. Splitte einen Konzern in viele Firmen auf. A und B und C tragen einen Namen, sind aber grundsätzlich Unterschiedliche. Vor Gericht wird stets Nebel geschossen. Viele Worte, viele Seiten. Viele dramatische Anschuldigungen. Hohe Summen beeindrucken. Mein Fahrzeug fällt in den Dieselskandal. Auch mein aktuelles Fahrzeug fällt in den Dieselskandal. Das erwähnt dieser Konzern nicht. Eine Bescheidenheit ist nicht zu erkennen. Er ist unberechenbar. Er genießt die Macht. Der Mord auf Raten. Die Toten sind nicht unmittelbar sichtbar. Die Perfidie hat mich in ein "sauberes" und teures Fahrzeug gesetzt. Wer wäre je auf die Idee gekommen, dass globale Gewinner, in schicken Schuhen und in schicken Anzügen, mit manipulierender Software agieren. Firmen, die es seit 18hundertsoundso gibt, setzten mich in ihre Fahrzeuge und machen mich zur hauseigenen Totschlägerin. Man muss die Dinge beim Namen nennen. Jener Richter hatte das Standing und den Mut, die Tat beim Namen zu nennen. Die schlimme Kindheit der Fahrer spielte keine Rolle. Die Fahrer hatten scheinbar keine Geschäftspartner in Amt und Würden. Sie konnten nicht mit Arbeitsplätzen pokern. Die Dinge beim Namen nennen. Damit würde man Gerichte entlasten, damit würde sich Journalismus reanimieren.