Kleider machen Leute

Dieser Satz ist einer von vielen kulturellen Leitsätzen in Deutschland. Sogar Toten nähte man aufwändige Gewänder. Trauerschmuck wurde ihnen angelegt. In Österreich spricht man noch heute von "der schönen Leich". Manchmal tragen Tote Ihre Hochzeitskleidung. Selbstverständlich schließen Tote keine neuen Ehen. Daran glaubte bisher kein Mensch. In der Moderne tragen Tote sportlich elegante Kleidungsstücke, in allen Farben. Es wäre eine Todsünde, würde ich die Kleidungstücke verwechseln. Der Typus Klaus Löwitsch in einem blumigen Kleid von Laura Ashley …nicht auszudenken. Darüber könnte vermutlich nicht einmal Alice Schwarzer lachen. Kleidungsstücke in einem Trauerfall sind auch spiritueller Natur. Muslime werden in Tücher gehüllt. Christen tragen asketische Talare. Buddhisten tragen eher Gewänder. In 30 Jahren hatte ich noch nie auch nur den zarten Verdacht, dass Tote verkleidet werden. Vielleicht geht mir deshalb die lappige Diskussion um den Neonazi Sven Liebich auf den Sender, weil das Bollwerk gegen rechts nun wirklich zahnlos an seinem Rock kaut. Der Liebich sagt ganz klar, dass er kein Mann mehr ist. Dieses Verhalten kennt die Nation aus den Eichmann-Prozessen. Auch der Eichmann war kein Mann. Ohne die Kleidung seines Führers war er kein Mann mehr. Das erkannte Hannah Arendt scharfsinnig. Die Welt wollte ein Monster. Sie beschrieb das Würstchen. Der Liebich ist also kein Mann mehr. In seiner Verkleidung, die den Führer post mortem als Witzfigur entblößt, hofft er absurderweise darauf, in ein Frauengefängnis zu kommen. Er befürchtet in einem Gefängnis, in dem echte Männer sitzen, dass er gemobbt wird, dass er in den Suizid getrieben werden könnte. So kann nur ein Verkleideter denken, der glaubt, dass Frauen im Gefängnis Tischtennis spielen und häkeln. Eine Transfrau, sollte sie rechtsextrem sein, würde eher Frauen, wie Lina E. fürchten, die versuchte, ein Bollwerk gegen rechts zu sein. Der Richter konnte ihre Beweggründe verstehen. Er musste Lina aber einsperren. Trug sie Hosen? Machte sie ein Spektakel um ihren Sexus? Trug sie einen Bart? Denn immerhin war ihre Tat maskulin, männlich, Yang, kriegerisch, mörderisch. Hat sie geheult, wie Liebich? Hat sie Theater vor dem Gerichtssaal gespielt? Ist sie geflohen, um zu wimmern und zu winseln, wie der Liebich? Nein! Sie ging ins Gefängnis. Und jetzt kommen Medien daher und sinnieren darüber, ob es nette Nazis gibt, wenn sie denn nur die richtige Kleidung tragen. Es kommen "Experten" daher, die glauben, dass eine vermeintliche Transfrau, so sie rechtsextrem ist, keine Gefahr ist. Jene Medienmacher denken doch in der Weiterfolge, dass Alice Weidel, da bekennend homosexuell, eine milde Rechte ist, die milde Rechte hinter sich aufbaut. Sie sind nur der Spiegel jener Menschen, die Nazis in ihren Uniformen schneidig fanden, bis sie dann diesen dümmlichen Adolf Eichmann suchen mussten, der plötzlich nicht mehr Eichmann heißen wollte. Im Grunde hat der sich doch auch hinter Rockzipfeln versteckt. Ricardo Klement! Eichmann nannte sich Ricardo. Ein Würstchen ohne seine Uniform. Der Liebich ist die kranke Eskalation einer stinkenden Naziküche. Keine wirkliche Transfrau muss sich mit kranken Subjekten vergleichen; denn der Liebich ist nichts mehr. Er ist NICHTS! Er steht für NICHTS! Er kämpft für NICHTS! Offenkundig spielen drittklassige Journalisten in ihren eigenen Gefängnissen Dr. Lector. Sie analysieren mit Clarice Starling Täterprofile, weil sie denken, dass eine Transfrau im Kern Bufferlo Bill sein muss. Es geht mitnichten um einen Neonazi. Es geht darum, dass Medien das Theater eines Nazis aufgreifen, um Transsexuelle zu diffamieren. Das Bollwerk gegen rechts? Es ist ein Machwerk der Feiglinge!