Starke Frauen

Wenn Journalisten "unbedacht" schreiben, dass gesichtete Unterlagen aufrütteln, dann wird in so einem Artikel ein vorangegangener Schlaf bekundet. Das Robert-Koch-Institut beschrieb der Bundesregierung im Jahr 2012 ein Krisenszenario, das heute angekommen ist. Wer schläft? Journalisten sollten sich heute überlegen - wo genau sie in der Gesellschaft stehen. Sie sollten sich dann positionieren. Handwerker, Arbeiter und Krankenschwestern werden ausgelacht, gebremst, öffentlich-rechtlich blockiert, wenn sie etwas verändern wollen. "Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen." Die Fachanwältin für Medizinrecht, Beate Bahner, wirkt in Heidelberg. Sie hat dieses Buch geschrieben; und ich finde es absolut lesenswert. Eben jene Fachanwältin hat in diesen Tagen eine Pressemitteilung verfasst. Sie kündigt darin eine sogenannte Normenkontrollklage gegen die Corona-Verordnung (Baden-Württemberg) an. Sie erkennt, dass die derzeitigen Maßnahmen eklatant verfassungswidrig sind. Ich denke, dass man Menschen in der kommenden Zeit gute und fundierte Lektüre an die Seite stellen muss, denn der Quellennachweis verhindert die Polemik derer, die immer identisch reagieren. Die Rechtsanwältin Anne Klein hat Berlin ein großes Erbe geschenkt - im Lebensbereich für Frauen. Fakt ist: Ein Verschwörungstheoretiker ist jener Gärtner, der erkennt, dass die Raupe, die heute alle europäischen Buchsbäume verputzt, morgen ein Virus sein kann, der den Menschen verputzt, seine Wirtschaft beendet. Zu einer in Lähmung zersetzten Basis, die man zynisch "boiling frogs" nennt, gehört eine Krankenschwester, die vor Jahren erkannte, dass Masken und Schutzausrüstung und Personal nie ausreichten, um das heutige Szenario zu bewältigen. Heute verkündete der Bürgermeister von Berlin, dass das Pflegepersonal zweier Unternehmen 150 Euro im Monat zusätzlich erhalten wird. Das ist ein guter Anfang, der sich auf 500 Euro pro Pflegekraft steigern sollte. Das Risiko, dass die kochenden Frösche dann erst merken, dass sie schon fast verkocht waren, muss ein Bürgermeister eingehen. Das kann Herr Müller bewältigen. Die SPD konnte auch 7 Mrd. Euro in den Flughafen pusten. Ich persönlich lese gerade das Buch "Dark Towers" von David Enrich (The New York Times). Ich frische meine Englischkenntnisse auf - schließlich habe ich auch Kunden, die nur englisch sprechen. Wer heute nur glaubt, der handelt nicht. Wer schläft, der ist schlicht nicht wach. Trauernde sollten nicht belastet werden. Ich hoffe, dass Menschen fühlen, wie kalt der Apparat regelt, reguliert, verschiebt, verändert, verstellt. Das ist keine lebendig menschliche Politik, "die einen guten Job macht". Zu einer guten Politik gehört eben auch eine sensible Sterbekultur und eine Trauerkultur. Im Moment ist der gesamte Kulturbereich geschlossen.

Die Verstärkung

In diesen Tagen werden Menschen kriminalisiert. Diese Kriminalisierung entsteht durch Massenverstärkung. Corona bringt die Korona auf den Plan. Wenn ich zum Zahnarzt gehe und mich, wie bei einer Grippe, anstecke, wird niemand kriminalisiert. Wenn ich im Park neben einer panischen Frau sitze, bekomme ich ein Bußgeld. Wenn die Kripo einen unbekannten Toten beschlagnahmen muss, der Notarzt den Tod feststellt, die Bestattungsdienste den Toten transportieren, dann gibt es weder Listen noch 2 Meter auf Abstand. Wenn ich einer alten Dame die Taschen über die Straße trage, dann begehe ich eine Ordnungswidrigkeit. Die Gesellschaft teilt sich gerade in zwei äußerst Ungleiche auf: Menschen, gesund bei der Arbeit - müde und tough; und Menschen in Quarantäne - aufgerührt und ängstlich. Ich treffe Internisten, Verkäufer, Pathologen, Polizisten, Krankenschwestern, Zahnärzte, Apotheker, Männer und Frauen vom Wachschutz. Alle sind gesund und ziemlich genervt. Sie alle sagen unisono, dass sie wahrscheinlich die erste Coronawelle überstanden haben. Sie alle sagen, dass sie die Resonanz totalitär übersteuert finden. Wenn ich dem Quarantäne-Resonanzkörper glauben schenkte, müsste ich hier schreiben, dass jene, die draußen arbeiten, ihr Leben für dieses Land aufs Spiel setzen. Dafür aber ist ein Balkon-Applaus viel zu mager. Mediziner, und das ist sortiert wichtig, sagen unisono, dass sich Vorerkrankte immer schützen müssen. HIV-positive Menschen fürchten jede Grippe, jede Lungenentzündung. Herzkranke fürchten immer den Stress und jede Infektion. Für Lungenkranke Berliner war die Klinik Heckeshorn ein Schutzwall, weil der Wannsee eine optimale Straubbremse war. Ich finde es degutant, dass man die aktive Sterbehilfe tough befürwortet, dass man alten Menschen keine Kniegelenke gönnen kann, also genau diesen Bereich nicht kriminalisiert. Ausgerechnet Corona erhebt das Leben in den Stand wertvoll und den Tod in den Stand grauenvoll? Eine alte Dame hat also einen besseren Tod, wenn die Krankenkasse das Kniegelenk nüchtern ablehnt? Der Schmerz ist besser für jene alte Dame, weil sie dann eher die Todes-Kapsel verlangt? Das ist ebenso schamlos, wie Konzerne, die keine Mieten mehr bezahlen. Das liegt jenseits jeder Moral und jeder Ethik. Das ist der blanke Narzissmus, der jeden Überblick verloren hat. Kürzlich traf ich eine Gärtnerin, die für besonders penible Kunden einen Zollstock bei sich trug, um zu beweisen, dass ihr 2 Meter-Augenmaß korrekt ist. Am Ende verklagen sich Menschen, weil es nur 1,80 Meter waren. Am Ende ist jede Familienzeremonie im engsten Kreise eine verantwortungslose Coronaparty. Das muss aufhören. Es hat keinen Mehrwert für die outdoor arbeitenden Menschen!

Reale Welt

Das reale Berlin im Stayhome-Modus hat keine politischen Zeichen mehr. Da Menschen nun wissen, dass ein Lockdown möglich ist, sollten Menschen überlegen, was sie machen, wenn die digitale Welt ausgeschaltet wird. Eine reale Reaktion auf die Ausgangsschranken zeigt sich nicht, weil die virtuelle Welt noch funktioniert. Das Leben hängt an einem Glasfaserkabel. Ich sah heute ein weißes Laken aus einem Fenster wehen. Kategorischer Imperativ. "Bezahlbarer Wohnraum für alle!" Vor mir fuhr ein Taxi. Am Heck klebte die Botschaft: "FCK UBR!" Vor dem Bauhaus (Baumarkt) bildete sich eine lange Menschenschlange, die den Rand des Parkplatzes säumte. Entwarnung! Keine Demo. Der Baumarkt darf nur 150 Menschen einlassen. Einer raus, einer rein. Ein Smartphone verhindert das Aufmucken. Revolutionär wäre nur ein einziger Mensch gewesen, der eine Kinderspieluhr oder eine Rassel betätigt hätte. Heute sehe ich das erste Mal, dass Google die Firmeneinträge eigenmächtig ändert: "Öffnungszeiten können aufgrund von COVID-19 abweichen." Das ist eine handfeste Manipulation der Firmeneinträge. Es ist keine Hilfe. Wenn sich die Demokratie aus dem Land geschlichen hat, können dort ganz andere Vermerke stehen: "Öffnungszeiten können aufgrund muslimischer Rituale abweichen." oder "Öffnungszeiten können aufgrund jüdischer Feiertage abweichen." oder "Öffnungszeiten können aufgrund des CSD's abweichen." Dürfte ein Mensch Nachrichten für meine Kunden an meine Türscheibe schreiben? Nein. Dürfte eine Organisation etwas an meine Fensterscheiben schreiben? Nein. Verändert die Telekom meine öffentlichen Daten? Nein. Der Datenmissbrauch wird noch immer verharmlost. Die Integrität des Datenschutzbeauftragten soll untergraben werden. Google bekundet mit dieser Manipulation der Einträge, dass das Unternehmen eine Staatsgewalt, in der Gewaltenteilung, ist. Vielleicht wurden Menschen in Berlin negativ getestet. Wie kann eine Suchmaschine das wissen? Wie kann eine Suchmaschine, die alle Einträge über Corona speichert, ohne Anweisungen Daten ändern? Google hebelt mit diesem Eintrag sogar den Senat Berlin. Google denkt nicht für meine Firma. Google bestimmt über meine Firma. Keine andere Suchmaschine wird so übergriffig. Keine andere Suchmaschine animiert die Bewertungen. Und mal ehrlich….wenn man sich die Bewertungen generell im Internet ansieht, dann liest man keine fachliche Kritik. Kaum ein Mensch schreibt, was ihm fehlte, um Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle zu verändern. Man liest in der steigenden Tendenz: "Supi." oder "Kauft da nicht!" oder "Finger weg!" Viele Internet-Portale saugen die Demokratie förmlich aus der realen Stadt heraus. Wenn die Botschaften in einer Stadt verschwinden, dann kommen sicher Menschen, die ihre Botschaften einführen. Im Trainingslager Internet sind alle bereit für den kurzen Prozess!

Augen öffnen

Ich möchte mit meinen Gedanken die Augen von Trauernden öffnen, die Sichtweise anders setzen, denn in den momentanen Härtefallen pflegen Töchter ihren Vater, verlieren ihre Mutter, sie werden auf Kurzarbeit gesetzt, müssen Zimmer in Pflegeeinrichtungen räumen. Sie müssen einkaufen und ihre Kinder versorgen. Sie bräuchten also Zuspruch und Beileidsbekundungen und eine köstliche Hühnerbrühe. Die müssen sie allein kochen. Wenn ich die ganzen Auswürfe der deutschen empathischen Öffentlichkeit filtere, dann würden Kondolenzbriefe an Traurige so klingen: "Stayhome! Geht das nicht in Deinen Kopf! Du hast es immer noch nicht verstanden! Du hast eine Krise! Wir haben hier alle eine Krise!" Oliver Pocher ist zum Beispiel ein Mensch, dem alle Bühnen entzogen wurden. Plötzlich steht er mit betenden, wedelnden Händen vor einer Handycamera und trägt seine Infektion zur Schau. Ein Mann, der sich über alle Menschen lustig gemacht hat, der einfach zu Hause bleiben soll, kann es nicht ertragen, dass man ihn nun nicht mehr sehen kann. Also wackelt er im Schlafanzug herum und betet, dass die Kanzlerin endlich den Shutdown zelebriert. Die Zeitschrift Focus überträgt sein Video. Herr Dassel von den Grünen erklärt öffentlich lang und breit, wie er sich wann bei seiner Freundin angesteckt hat. Trauernde haben im Moment nichts zu erwarten - weder ein gutes Wort, noch eine schöne Geste. Klar ist, dass Herr Pocher einen Bühnenentzug hat. Klar ist, dass Herr Dassel keine politischen Pläne hat. Die einzige Frau der Öffentlichkeit, die keine narzisstischen Anflüge zeigt, ist tatsächlich die Kanzlerin. Vielleicht würde sie, ganz praktisch, Baumännchen beauftragen, eine Linsensuppe für eine traurige Nachbarin zu kochen. Ich wusste nicht, wie weit Menschen von Menschen entfernt sind. Ich hätte mir gewünscht, dass ehrliche Bekenntnisse von öffentlichen Menschen kommen: "Meine Bühne ist weg. Ich kann kein stilles Leben leben, das andere Menschen leben wollen." Es ist kränkend, wie weit Politiker von einem menschlichen Leben entfernt sind. Es ist peinlich, wenn liebevoller Zuspruch zur narzisstischen Beweihräucherung verkommt. Es ist kurios, wenn sich demokratische Menschen in Diktatoren verwandeln. Trauernde haben nichts von einem öffentlichen Deutschland zu erwarten - nichts. Friedhofsverwaltungen sind im Kriegs-Modus, weil Medien über einen Krieg berichten: "Der Sarg muss sofort zum Grab! Die Trauerhalle ist geschlossen!" Normalerweise könnte man eine Aufbahrung durchführen, wenn zum Beispiel 10 ruhige Menschen, im Abstand von 2 Metern, einzeln in die Trauerhalle schreiten." Manchmal habe ich das Gefühl, dass Menschen nicht an Corona denken, sondern an Fukushima, dass also die falschen Bilder falsche Entscheidungen bringen. Mich ärgert es, dass trauernde Menschen sich darauf verlassen haben, dass man im Notfall genug Masken kaufen kann, dass Krankenhäuser mehr als 5 Beatmungsgeräte haben. Menschen, sogar Trauernde, sind so nett und decken eine "Wirtschaft", die die komplette Produktion ausgelagert hat. Danke dafür!

Trauer und Kontaktsperre

In einer Lebenskrise, die immer auch Anzeichen einer Wirtschaftskrise zeigt, beobachtete ich bisher Folgendes: Menschen ziehen sich zurück - auch innerhalb einer Familie, Menschen halten sich in einer Gruppe auf. In der Krise durch Corona ist nun beides möglich und deutsche CEOs versagen. Heute sah ich ein Interview, das Miriam Meckel und Daniel Rettig (@join_ada) mit dem CEO Tina Müller von Douglas (@TMuellerDouglas) auf Youtube führten. Um nicht unfreundlich zu werden, schreibe ich mal, was in Gänze ausfiel und warum Medien aufwachen sollten. Wenn ich eine Frau im Deutschland-Krisenmodus treffe, die sich CEO nennt, der also die "Jacke" einer Geschäftsführerin zu klein geworden ist, die ihr vielleicht nicht elegant genug ist, dann treffe ich keine liebe Freundin. Als CEO würde ich verkünden, dass meine Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit geschickt wurden. Andernfalls müsste ich mich damit eincremen, dass meine Mitarbeiter sofort mit der Kurzarbeit einverstanden waren. Das wäre mir als CEO peinlich. Ich teile den Moderatoren also mit, dass meine Mitarbeiter einen Sendeplatz bekommen haben, den der Hollywoodreporter unterstützt. Sie werden also als Angestellte meiner Firma über die Krisenkosmetik sprechen, über ihre Arbeit in den vielen Flilialen, über neue Produkte, über Visionen, die Mitarbeiter haben. Ich würde natürlich bei der Chefin der Wirtschaftswoche nicht ohne ein klares Produktkonzept auftauchen. Was sollte ich auch sonst in einem Interview? Ich verkünde also in diesem Interview, welches mir sicher nicht alle Tage angeboten wird, dass meine Firma Krisenprodukte anbieten wird: Der Killer, eine Flüssigkeit, die duftet und Bakterien tötet. Crossing Jordan: Schwarze Schutzmasken, die in Kooperation mit allen großen Modemarken hergestellt werden. Ich würde Rapper benennen, die Schutzmasken nur für meine Firma stylen. Der spielerisch überbrachte Schutzeffekt besiegt so Verbote und Drohungen. Die Techwear-Szene würde ich einbinden und für eine Werbekampagne unter Vertrag nehmen. Ich könnte bereits im Interview mitteilen, dass meine Mitarbeiter die neuen Produkte auf dem Firmen-Channel "Don´t kill the beauty" vorstellen. Im Interview würde ich darauf bestehen, dass die neue Werbung eingespielt wird. Vor dem Sommer würde ich natürlich mit einem hippen Gesichtsschutz meiner Firma trumpfen. Den Prototyp könnte ich sofort zeigen, denn ich hätte vier Wochen zuvor eine Ausschreibung, an Jungdesigner gerichtet, gestartet. Langsame und selbstgefällige Sätze würde ich in jeder Krise vermeiden. Andernfalls würde ich zurücktreten, denn den gewichtigen Titel CEO würde ich unbedingt ausfüllen wollen; schließlich ist nicht der Staat allein für die Rettung meiner Firma zuständig. Auch CEOs sind für die Rettung ihrer großen Firmen zuständig. Ich würde die Worte staatliche Hilfe also erst nach den vielen Ideen und Möglichkeiten anwenden. Wie sagte der Chef der Ärztevereinigung heute so schön: Die Krise braucht Profis. Kleine Firmen drehen und wenden sich, ackern, hecken Ideen aus, schwärmen durch alle Kanäle, Portale retten und versammeln Kiezgrößen. DAS sind CEOs! Und ist es nicht schon grotesk, dass Herr Burda öffentlich sagt: "Die LINKE müsste schon längst laut brüllen."