Umgesprühte Architekten

Wenn Menschen in mein Bestattungsinstitut kommen, mir also einen Trauerfall anvertrauen, dann bekommen Kunden eine Bestatterin. Da ich fundiert ausgebildet wurde, verneble ich nicht den Geist meiner Kunden. Ich pamphletiere also nicht über eine neue Architektur der Bestattungskultur, über Erbauer neuer Grabwelten. Mit diesen Vorträgen würde ich spätestens auf städtischen Friedhöfen Berlins scheitern. Der letzte Bürgermeister war nicht zuständig. Die aktuelle Bürgermeisterin ist nicht zuständig. Architekten und Landschaftsplaner würden sich um marodierende Friedhöfe kümmern. Die werden von Fragwürdigen ausgelacht. Es sind wichtige Gedenkstätten. Politiker missbrauchen gerne das Wort Architektur für ihre Zwecke. Sicherheitsarchitektur ist so ein Wort, das, politisch genutzt, eine Verhöhnung von Sicherheitsexperten ist. Mir fällt sofort der Bau des BER ein. Das Wort Brandschutz fällt mir ein; und schon entlarve ich eine Lüge. Schaumschläger unterfordern über die Maße. Da sie keine Struktur im Kopf haben, laufen sie, mangels Scham, aus. Sie können sich weder selbst zum Arzt steuern noch zu einem Tagebuch, das sie vollschreiben könnten: "Ich bin Architekt. Ich bin Architekt. Ich bin Architekt." Diese schamlose und strukturlose Schaumschlägerei führt dazu, dass unser Parlament von Umgesprühten aufgeblasen wurde, die daraus eine lächerliche "Architektenkammer" gebastelt haben. Ein Parlament der Strukturlosen hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass unser Wahlrecht nicht mehr über jeden verfassungsrechtlichen Zweifel erhaben ist. Das Bundesverfassungsgericht greift extrem oft ein; wie ein Arzt in einem OP-Raum. Aus 598 umgesprühten "Architekten" wurden 735 umgesprühte "Architekten". Jeder will es besser wissen als die anderen 734. Strukturlose bringen NICHTS nach vorne. Steuerzahler zahlen 410 Millionen Euro für zusätzlich unnötige 137 umgesprühte "Architekten" pro Periode. Dafür verzichten sie, auf wirklich schöne Friedhöfe, Gedenkstätten, Landschaftsgärtner, Landschaftsplaner. Sie verzichten, weil sie die unverschämten Glaubenssätze fürchten: Aluhüte, AfD-Wähler, Reichsbürger. Ich persönlich genieße die politischen Fortbildungen, die der Bund der Steuerzahler anbietet.

Kredit

Banken vergeben Kredite. Das ist ihr Hauptgeschäft. Sie produzieren Geld, wenn sie Kredite verkaufen. Das wissen die wenigsten Menschen. Die vielen faulen Kredite belegen eine Kreditexpansion, die oft in vielen unterschiedlichen Blasen zerplatzte. Spannend ist nicht das Geld. Spannend ist allein die Tatsache, dass jene Menschen Banken und Regierungen ihren Glauben schenken, die genau wissen, dass Banken und Regierungen nicht mehr glaubwürdig sind. Regierungsblasen zerplatzen immer dann, wenn Finanzkonstrukte zerplatzen. Das belegt, dass Banken ihre Mitarbeiter in Regierungen platziert haben. Goldman Sachs will offenkundig an die Weltspitze. Für mich ist ausschließlich interessant, dass Kredit in der Übersetzung GLAUBE heißt. Hinter einem Glauben steht nie eine Sicherheit. Was passiert also, wenn Menschen animiert und angetrieben werden, mehr und mehr Glauben aufzubringen? Wo und wie zerplatzen die Blasen nach einer Glaubensexpansion? Was passiert mit jenen Menschen, die denken, also keinen Glauben mehr schenken? Geld ist überhaupt nicht wichtig, weil es sicher bald wieder in einen harmonischen Fluss geraten wird. Das ist die einzige Aufgabe, die Geld erfüllen sollte und noch immer soll. Alle wissen, dass Geld ein Zahlungsmittel ist. Zu viele glauben, dass es ein Machtmittel ist. Das wiederum bedeutet, dass wir Kriege verhindern und gleichermaßen forcieren. Das spaltet die Köpfe und also Nationen. Am 7. Februar 1637 stürzten die Preise der Tulpenzwiebeln um 95 Prozent. In den Niederlanden wurde die redliche Tulpe zum Spekulationsobjekt. Viele Menschen, die wahnhaft handelten, verloren ihr Geld, also ihre Kreditwürdigkeit. Hat es der Tulpe geschadet? Ganz im Gegenteil. Noch heute ist die Tulpe glaubwürdig. Sie ist kreditwürdig geblieben. Wir stecken Zwiebeln in den Boden und vielfältigste Tulpen erblühen. Eine Investition, die also Sinn macht, die von Erfolg gekrönt ist. Menschen, die unserer Regierung keinen wirklichen Glauben mehr schenken, wollen offenkundig verhindern, dass Regierungsblasen platzen. Sie haben ihren Glauben verloren, sie können ihre Haltung begründen; ihr Denken füllt diese Lücke. Wenn Politiker also mit Banken und Konzernen ihre Kreditwürdigkeit verloren haben, dann verlieren Wähler ihre Kreditwürdigkeit - und natürlich auch Journalisten. Nichtwähler zum Beispiel haben eine klare Entscheidung getroffen. Unter Umständen sind es Menschen, die tatsächlich keine politische Heimat mehr haben. Sie müssen ein aus dem Ruder gelaufenes System stützen, das ihnen keinesfalls gefällt. Sie wollen ihre Kreditwürdigkeit keineswegs verlieren. Meines Erachtens hat die apparative Politik jede Kreditwürdigkeit verloren. Die Renten sind sicher. Derartige Sätze bekommen keine Kredite mehr, weil sie nichts produzieren - Geld schon überhaupt nicht. Zudem war der Aufsager schon vor dem Aufsagen bankrott. Menschen, die geistig bankrott sind, bekommen von Menschen keine Kredite mehr, im wahrsten Sinne des Wortes. Das heitere daran ist, dass Rechthaber, also die, die immer alles bestätigen und verteidigen, nach spätestens drei Sätzen auffliegen. Die Vorträge stimmen nicht mehr, sie wirken grotestk und verstellt. Sie müssen ihren Kopf aufspalten und widersprechen sich. Nehmen wir das HartzIV System. Niemand in diesem Land hat von diesem System geschwärmt, schon überhaupt nicht jene, die diesem Bankrottsystem folgen mussten. Dieses System war klar mit der heißen Nadel genäht und dann wurde es wie ein Spielzeug in die Ecke geworfen. Da es keine interne Vernetzung gab, eröffnete dieses System die Türen für Ausbeuter. Sorgte dieses bankrotte System für die Kreditwürdigkeit der Empfänger? Nein! HartzIV-Empfänger haben den schlechtesten Ruf in der Gesellschaft! Für Unternehmer bleibt Hartz ein Reizwort. HartzIV-Empfänger mussten und müssen für ihre Vita lügen. Mit einer Lüge beginnt kein gutes Arbeitsverhältnis. Mit einer Lüge beginnt NICHTS. Ihre Kreditwürdigkeit wurde von Politikern zerstört, die ebenfalls lügen, wenn sie behaupten, dass dies ein soziales System war. Sie denken mit gespaltenen Köpfen, sie reden mit gespaltenen Zungen. Natürlich müssen echte Gläubige von so einem System gehasst werden. Sie sind der grauenvolle Spiegel einer völlig verkommenen Politik, die tatsächlich mit dem Wort Migration spielt. Welcher gläubige Mensch (bis in den weitesten Sinn) möchte sich mit einem bankrotten System, das alle Kreditwürdigkeit verloren hat, verbinden? Kein Mensch.

Die neue Generation

Ich erkenne wohl, was meine Generation noch nicht ganz erkannt hat. Ein wunderbarer Pool aus Arbeitern, Handwerkern und Unternehmern muss politisch agieren. Wir haben es offenkundig versäumt - die Geschichte unserer Eltern zu erzählen, die teilweise im Zweiten Weltkrieg geboren wurden; die zeitlich also in die weltweite 68er-Bewegung gehören. Unsere Elterngeneration erinnert sich - völlig klar - an die eigene Vergangenheit. Dieses Massiv tragen sie bis heute ab - für eine bessere Zukunft. Sie haben Vergangenheit aufgedeckt, aufgebrochen, komplett zerstört und in großen Teilen abgetragen. Sie schrieben neue Manifeste. Sie entfesselten ihre Power, ihre Ideen. Sie transportierten andere Kulturen in nahezu jeden Haushalt des Landes. Die Generation unserer Eltern erschien mir wie ein Staat im Staat. Sie verschlang Bücher und sie stapelte Bücher bis unter die Decke. Sie studierte und sie übersetzte fremde Bücher, also fremde Sprachen. Unsere Eltern sind Nomaden, die Europa und die Welt bereisten. Diese Generation war die schönste "Influenza", die das Land erleben durfte. Sie transportierte Musik aus fernen Ländern, Düfte, Kerzen und Räucherwerke, Heilkünste aus Asien, Yoga. Einige nennen es noch heute Dudelmusik, Gestank und Hokuspokus. Sie benannten und besprachen die Seele der Menschen, klein und groß, Frau und Mann - also die Psyche. Sie entwickelten Therapien. Sie besprachen gesellschaftliche Rollenmuster. In US-Talkshows predigen Amerikaner noch heute das Bild vom deutschen Otto, der Sauerkraut stampft. Erst gestern war ich selbst in einem türkischen Restaurant, das für Fischspezialitäten berühmt ist. US-Medienmacher lachen über Franz und Hans. Sie lachen natürlich auch über den französischen Akzent, den sie gerne äffen. Sophia Vergara, die Komödiantin, wird im Grunde öffentlich ausgelacht. Ihr stolzer Akzent aus Kolumbien wird gerne geäfft. Ellen DeGeneres gibt ihr gerne schwere Worte, die sie nachsprechen soll. Zuschauer lachen dann über die falsche Aussprache. Deutsche Zuschauer sind heute zu intelligent dafür; und trotzdem werden diese TV-Formate transportiert. Wer transportiert sie ins Land? Meine Generation. Wir haben uns in eine von vielen Konserven stopfen lassen. Meine Generation ließ sich jedes schöne Mantra wegnehmen. Selbst schuld. Die propagierten Slogan lauteten: Time is money. No pain no gain. Fake it till you make it. Fastfood ersetzte die Köstlichkeiten der Welt. Kaum ein Mensch soll wissen, dass Köche in Japan lange und gut ausgebildet werden, bis sie einen Kugelfisch bearbeiten und servieren dürfen. Die Superstars aus der ehemaligen DDR konnte man in den USA natürlich nicht als Hans und Otto verlachen. Frau Witt spülte viel Geld in die US-Kassen, ebenso Nina Hagen, Armin Müller-Stahl, Rammstein und Tokio Hotel. We love Jil Sander, Wolfgang Joop, Karl Lagerfeld and Peter Lindbergh. We love Mercedes Benz and BM double-u. We have to have it. Otto und Hans steht in den US-Medien für den Daumen, der die Welt in Konserven presst. Love & Peace ist nur ein Label, das auf die Konserven geklebt wird. Antiamerikanismus. Dieses Wort ist nur ein Daumen, der mich in eine Konserve pressen möchte. In einer Konserve kann ich natürlich nichts sehen. Und wenn ich nichts sehen kann, dann kann ich die Realität nicht betrachten. Wenn ich die Realität nicht betrachten kann, dann kann ich keine Politik machen.

Störung der öffentlichen Ordnung

Michelle Obamas Buch The Light we carry ist eine Wucht. Eine First Lady, die Gattin eines Präsidenten der Vereinigten Staaten, schreibt wie ein Mensch, nicht wie eine kalte Maschine: "Die Bösen siegen nicht - nicht endgültig. Ganz gleich, wie viel Lärm sie machen." Vor wenigen Jahren traf ich auf eine Richterin, die an einem berliner Landgericht arbeiten darf. Die LINKE hat sie aufgestellt. In meinem Fall war sie befangen, unverschämt, unfair, ungnädig und bissig. Sie verstellte das Gute und das Richtige - einen freien und fairen Markt für Endverbraucher/Hinterbliebene - durch auffällig überzogene Ordnungsgelder. Die Klage mündete in einem Mundtoturteil. Ich habe dieses Urteil nicht persönlich nehmen müssen, weil es politisch war. Heute serviert mir Youtube zufällig einen Beitrag des ZDF/37 Grad mit dem Titel "Was haben wir nur falsch gemacht? Verlassene Eltern: Wenn das eigene Kind von Zuhause wegläuft." Die Reporterin stellt eine Mutter und einen Vater vor. Vorrangig sieht der Betrachter Geld, ein großes Haus, zwei Pferde, teures Interieur. Der Vater ist Chefarzt a. D. Die Mutter ist Richterin. Und dann erst erkenne ich jene Richterin, die einst mit sadistischer Lust übertriebene Ordnungsgelder verhängte. Sie spricht über ihren Schmerz. Über ihre Tochter, die abgehauen ist und Drogen nimmt, spricht sie in der Du-Form: "Wenn Du Dein eigenes Kind in so'nem Zustand siehst - das bringt Dich fast um! Ein zitterndes Drogenwrack, verdreckt und stinkend. Es ist unfassbar." Sie sitzt auf einer Treppe am Alex und lässt sich mit drogenabhängigen Kids filmen. Sie erzählt ihnen tatsächlich, dass ihre Tochter in einem schweizer Internat war. Sie versucht nicht einmal mehr links zu wirken. Ein Junge mit Gesichtstattoos bietet ihr die Stirn - sofort verhängt sie ein "Ordnungsgeld" gegen ihn. Sie überfährt ihn, macht ihn mundtot. Die große Richterin schiebt den Kids die Verantwortung in die kaputten Chucks. Sie erinnert mich an die Ära Kohl. Nicht ein einziges Mal sagt sie, dass sie ihre Tochter liebt. Sie sagt jenen Kids, die natürlich Liebe suchen, dass sie ihrer Tochter kein Geld mehr geben wollte. Die Tochter musste ganz offenkundig ihr eigenes Licht beschützen, mit Dreck und Gestank tarnen. Womöglich hätte ihre eigene Mutter ein "Ordnungsgeld" gegen sie verhängt, um ihr ureigenes Licht zu ersticken. Politisch betrachtet muss diese Richterin suspendiert werden. Sollen Kläger oder Beklagte eine Richterin in Zukunft bemitleiden? "Oh ja, bitte verurteilen sie mich. Ihr Schicksal gibt Ihnen das Recht auf Lust und Launen." Was dachte sich das ZDF aus? Linke Politiker sollen den Ehemann der Richterin bemitleiden? "Och, wie süß. Der Vater kümmert sich um das Pferd der Tochter." Sollen arme Eltern ihre Suchtkinder verschweigen - für die Suchtkinder der Reichen? Was denkt die Richterin? Denkt sie, dass ihre Tochter den Beitrag im ZDF sieht, einen Entzug macht, nach Hause kommt, um ihr zu sagen:"Danke Mama, dass Du mein Licht abtöten wolltest."?! Ich persönlich respektiere die Tochter, ihren Mut, ihr Licht, ihre Stärke. Ich bewundere den konsequenten Abstieg in die Menschwerdung. Sie weist ihre Eltern von sich; und in notwendige Schranken. Sie verurteilt nicht die Falschen. Sie stellt die Ordnung wieder her!

Eine neue Gangart

Berliner Politiker könnten von Hinterbliebenen jede Menge lernen. Sie beschreiten nicht unbedingt neue Wege. Ein Trauernder befindet sich nicht plötzlich in Disneyland, weil ein Teil seines Lebens beerdigt wird. Der Friedhofsweg, den er beschreiten muss, bleibt vernachlässigt ungepflegt. Das spricht nicht für eine berliner Politik. Ein Hinterbliebener muss eine neue Haltung einnehmen. Seine eigene Gangart ändert sich zwangsläufig, auch dann, wenn er noch eine Weile Zweisamkeit simulieren kann. Der AB wird nicht sofort gelöscht. Die Kleidung wird nicht sofort aus dem Schrank geräumt. Ein Hausstand halbiert sich nicht plötzlich. Die gesamte Administration wird verändert. Aus dem Ehepartner wird ein Witwer. Aus dem Kind wird eine Waise. Aus Eltern werden kinderlose Paare. Die Steuersätze verändern sich. Das Kindergeld wird gestrichen. Die gemeinsame Firma wird buchhalterisch geschlossen und bilanziert. Kinder und Studenten werden abgemeldet. Ihre Plätze werden urkundlich gestrichen. Ein Witwer muss den Kosmetiksalon seiner Gattin wahrscheinlich schließen. Eine Witwe muss wahrscheinlich das Bauunternehmen ihres Gatten schließen. Eventuell beißen sich beide durch. Vollwaisen kommen in ein Heim, im hübschen Rüschenkleid Pflegeeinrichtung genannt. Sind Wohnungssuchende generell ein politisches Merkmal der Linken? Oder sind die Suchenden radikal und stramm rechte Einwanderer aus München, die in Berlin, als Linke verkleidet, nur billig wohnen wollen? Auch vor Corona fand kein Hinterbliebener auch nur einen einzigen Kugelschreiber im Foyer eines berliner Rathauses. Ist es links, wenn reiche Politiker, also nicht die Polizei, Diebstahl vor einem tatsächlichen Diebstahl aufdecken? Immerhin liefen und laufen verkleidete Gerichtsklagen, die, bereits vor der Gründung möglicher Shishabars, Shishabars aus Häusern klagen wollen. Sind die absurdesten Zigarettenklagen ein Merkmal der politischen Rechten? Anfang Januar ging ich in einen kreuzberger Späti. Eine Britin stand vor mir an der Kasse. Sie sprach über die Sylvesternacht, bestellte Tabak und Blättchen: "Man (!) weiß, wer das war! Man konnte sehen, wer da auf der Straße war." Ich fragte sie: "Wen haben SIE gesehen?" Sie erklärte pampig: "Ich bin keine Rassistin - aber es (!) ging zu weit." Nun stand sie nicht im Haus am Eaton Place. Sie bestellte ihren Tabak auch nicht im Ballermann. Sie stand in einem kreuzberger Späti. Ist der Terminus man-weiß-wer-da-stand politisch - rechts, grün, links? Eine Gangart ist es keinesfalls. Wankelmut beschreibt ebenfalls keine berliner Haltung. Die neue SPD rudert und wedelt seit Jahren gerne mit der Regenbogenfahne herum. Sie will ihren Grauschleier vertuschen - und grau ist weit entfernt von rot. Eine neue Kolonialherrschaft kristallisiert sich klar heraus. Das wäre eine Haltung! Eine, die nicht gefallen möchte, die nicht mehr heucheln möchte, die ausbeuten möchte, die Klassen erkennen möchte, die auch unterdrücken möchte. Das Gönnerhafte strahlt überhaupt erst, wenn man einen indischen Knecht bastelt. Er muss das kleinste Trinkgeld groß finden, wenn er das Essen mit dem Fahrrad bringt. Im "eigenen" Haus, das in Teilen einer Bank gehört, darf er nicht wohnen. Womöglich landen Essensreste im Grundwasser, weil ihm eine Fettabscheidemaschine fehlt. Das feuchte Klopapier und die ollen Tampons im Abwasser sind deutsche Kultur. Der Gestank im Fahrstuhl muss nicht mit Curry angereichert werden. Wir sind in Berlin - aber wir sind hier nicht mehr in Berlin. Wo ist eine Mobbildung, hübsch verkleidet, stets Kinder vorschiebend, politisch beheimatet? Ich frage deshalb, weil Journalisten, akademisch gebildet, Berlin noch immer links verorten. Klar, auch Capri lebt durch künstliche Beatmung. Im Geiste gleiten dort ausschließlich Gondeln - gemütlich traditionell - durch die Grotta Azzurra. Berlin ist nicht erst seit gestern eine Hauptstadt! Die Alliierten sind abgezogen. Die Berlinzulage gibt es nicht mehr. Deutsche Politiker haben bis heute keine politische Haltung eingenommen! Können wir in irgendeiner Form helfen? Ich frage deshalb nach vielen Jahren vorsichtig nach, weil Trauernde politisch gehetzt und genötigt werden!