Ostern
06/04/26
Ostern ist mit Religionen verknüpft. Christen feiern die Auferstehung Jesu Christi am Ostersonntag. Er hat den Tod überwunden und den Menschen ewiges Leben ermöglicht. Es ist der Sieg des Lebens, der Liebe und des Guten über den Tod und das Böse. Es bietet die Hoffnung auf einen Neuanfang und die Versöhnung mit Gott. In Berlin verspüren Menschen nicht so unbedingt eine Lust darauf, die christliche Variante zu feiern. Das kann an einem Popen liegen, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die jüdische Glaubensgemeinschaft aufforderte, sich nun bitte endlich zu Jesus Christus zu bekennen. Mit so einem Spruch gehen Berliner gleich aus der Geschichte raus: "Was will der uns denn hier bitte für ein Ei ins Nest legen?!" In Berlin ging es also eher um das Ei im Nest. Das Ei ist das Grab, aus dem neues Leben schlüpft. Das Ei symbolisiert Anfang und Ende. Nicht das Huhn wurde durch Ostern populär. Wegen seiner Fruchtbarkeit wurde der Hase im 17. Jahrhundert als Eierbringer populär. Das ist für Berliner nicht schlüssig. Trotzdem haben wir den Hasen übernommen, wir lasen und lesen Kindern die Hasenbücher vor. Ohne jeden Zweifel ist der Hase ein nettes und sympathisches Geschöpf Gottes. Am Lokdepot feiern die Menschen kein Osterfest. Nicht ein Strauch, nicht ein Bäumchen ist mit Eiern geschmückt. In den Foyers der Häuser gibt es keinen Hinweis auf Ostern. Der im Brutalismus hausende Kapitalismus ist nicht fruchtbar. Es gibt kein Werde. Es gibt nur das Ende, in dem kein Anfang wohnt. Mittlerweile gibt es fünf Anwälte für 3 Häuser, die im Kern gegen einen Juristen im Haus vorgehen, der die Nester beschmutzt. Er lächelt falsch und zieht Geld aus der Anlage. Er spielt den Umverteiler. Er ist ein Intrigenspinner, er ist ein Denunziant. Er erklärt sogar die Belüftungsanlage des Hauses zum Sondereigentum. Krankhaft lanciert er Klagen. Er greift mit seinen schmierigen Händen in den Gemeinschaftstopf und spielt Kumpel für seine Follower. Er erklärt den Bewohnern, dass ich gegen die Gemeinschaft kämpfe. Seine beste Nestbeschmutzer-Freundin, die ihre Wohnungsschäden über die Gemeinschaft finanzieren wollte, will sich nun aus den Straftaten ziehen. Sie fällt ihm in den Rücken. Der Kapitalismus ist die Banalität des Bösen. Sie wird von einer noblen und großen Ku-Damm-Kanzlei vertreten. Die wissen noch nicht, dass auch gegen ihre Mandantin ein Strafverfahren läuft. Das erinnert an Frau Lohfink: "Isch gehe zu Gucci und kaufe eine Tasche….also bin ich endlich jemand!" Gucci muss sich keine Sorgen um den eigenen Ruf machen. Gucci nimmt auch das Geld von Frau Lohfink. Balenciaga verkauft Mülltüten für fast 2.000 US-Dollar. Die gelbe Plastiktüte von Balenciaga ging viral, weil die Firma im Gespräch bleiben will. Das ist kein Marketingkonzept. Das ist die Banalität des Bösen. Diese Mülltüte auf dem Laufsteg sagt: "Ihr fresst jetzt unseren Dreck. Und ihr bezahlt jeden Preis dafür. Wir beschmutzen unser Nest selbst, dafür brauchen wir Euch nicht mehr. Wir ruinieren Handwerk. Wir ruinieren Kunst. Wir zeigen Euch, wie dämlich ihr seid. Und jetzt legt Euch unsere Mülltüten ins Osternest!" Erich Kästner, der heute winzig klein und unglaublich unbedeutend wirkt, sagte: "Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es." Kein Arbeiter und kein Handwerker begeht Ostern. Sie können es nicht. Der Kapitalismus hat ihre Nester beschmutzt, besudelt und geplündert. Der Hase ist kein Trampeltier, das werben muss, das provoziert, das sich bis unter die Zähne bewaffnet, um seine Fruchtbarkeit zu demonstrieren. Er verkauft seine Eier nicht für 2.000 Euro, um ein jämmerlicher Rammler zu werden. Jene, die Plastiktüten fressen, arbeiten am Ende für ihn.
Die Realität
02/04/26
Als in Berlin das Tafelsilber verkauft wurde, hat die Stadtverwaltung die eigene Stadt nicht vorbereitet: Herzlich Willkommen in Berlin, es gibt keine Wohnungen; und wenn es Wohnungen gibt, dann sind Verwalter Gärtner und Vermieter Ungebildete und soziale Analphabeten, die unschuldig in der Stadt rumschrauben. Die öffentlich rechtliche Handwerkskammer hat geschlafen. Wer einen Fußboden von einer Fachfirma verlegen lassen möchte, bekommt unter Umständen einen Krimi. In drei aufeinanderfolgenden Fällen trumpften Menschen bei Gericht laut auf, die mit falschen Adressaten arbeiteten. Ein Fußbodenverleger, der ein GmbH-Karussell betreibt, klagt mit einer geschlossenen Firma und einer nicht existenten Geschäftsführerin. Nur Meisterbetriebe dürfen Fußböden verlegen. Der BGH sagt zu Scheingeschäftsführern klar: Wer Bomben legt, haftet auch nach Ausscheiden aus einer GmbH, wenn es explodiert. Ein Hausverwalter triumphiert im Porsche. Tatsächlich hat er ein Berufsverbot. Offiziell ist er also Gärtner, was eine Schande für ausgebildete Gärtner ist. Den Finanzämtern entgeht er durch diverse Scheinanschriften in Berlin und Brandenburg. In Teltow sind bereits diverse Briefkastenfirmen aufgeflogen. Die meisten Wohnungskäufer, die Großgrundbesitzer spielen, haben keinen blassen Schimmer von der Materie. Am Lokdepot sind solche Käufer. Eine dieser Käuferinnen, die die Teilungserklärung mit rechten Käseblättern verwechselt, verklagte meine Firma. Sie klagte, große Überraschung, mit falschem Adressat. Ihre Rufmordkampagne findet ihre Vorbilder auch bei weiblichen Ausläufern, die den Kachelmann vernichten wollten, die den Hotelmanager des Westin Hotels in Leipzig in den Suizid treiben wollten. Berliner Gerichte waren und sind nicht vorbereitet. Die Fälle, die manisch auch Steuergelder verbraten, laufen Jahre über Richtertische, laufen Jahre durch Instanzen. Richter und Richterinnen können nicht mehr für Ordnung sorgen! Immer da, wo viel Geld laut rotiert, finden sich auch Narzissten, Soziopathen und Psychopathen ein. Ihr Nest war immer die Börse. Ihr Nest war immer die Politik. Ihr Nest war immer die große Wirtschaft. Hatte das LKA, das BKA einen Plan? Hatten die Finanzbehörden, die Zollbehörden einen Plan? Hatten städtische Meldebehörden einen Plan? Hatte die IHK einen Plan? Hatte die Handwerkskammer einen Plan? Nein. Sie alle hatten keinen politischen Plan. Wer also räumt die Behörden auf? Niemand wird die Behörden aufräumen, denn niemand war je zuständig. Ein fragwürdiges Konstrukt lässt dies per se nicht zu. Fast jedes berliner Gericht hat mittlerweile eine Präsidentin. Sie räumen nicht auf. Zu schwer war der interne Weg nach oben, zu heftig die internen Demütigungen, zu schwer die internen Diffamierungen. Wenn Präsidentinnen jetzt aufräumten, müssten sie jene Peiniger verabschieden, die sie nach oben getragen haben. Das Wenn-Dann-Spiel funktioniert in typisch deutschen Clan-Strukturen, funktionierte in typisch amerikanischen Clan-Strukturen um Harvey-Weinstein, funktioniert in jedem noch so kleinen Machtgetriebe. Nun gibt es viele Menschen, die denken, dass ich Schlimmes befürchten muss. Sie denken, dass das System sich rächen wird. Sie denken tatsächlich, dass Deutschland ein täterfreundliches Land ist, welches Täter milde behandelt. Dafür gibt es viele Beispiele. Demokratische Menschen denken bereits in Opferstrukturen. Sie wollen mich in ihre Opferrolle bringen, um mich zu schützen. Wenn ich doch aber zur Tat schreite, muss ich doch dieses System nicht fürchten. Oder muss ich die Rache einer Richterin befürchten? Ich denke nicht, dass das die Realität ist. Ich denke, dass sie mich mögen. Sie haben mich sogar richtig gerne. Ich denke, dass sie sich bei mir bedanken werden….eines Tages.
Privates
27/03/26
Ich bin glücklich, dass meine gesamte antifaschistische, antirassistische und humane Bildung ein Gesamtpaket darstellt. Familienhaus, Schule, Bildungsstätten, Gesellschaft waren im Einklang. Berliner wurden von Deutschen trotzdem als Dummköpfe dargestellt. Erst kürzlich wurden meine berliner Nachbarin und ich bei einer völlig inhaltslosen Versammlung als Naja-die-alten-Kreuzberger belächelt. Herrn Dr. von D. fehlte das Pfund, ein Fächer und eine gepuderte Perücke, um den Hochadel plausibel darstellen zu können. Das Wort Gentrifizierung beschreibt nicht einen niederen Adel. Es beschreibt ein psychotisches Denkmuster lupenreiner Rassisten und Faschisten, die Windeln tragen. Es ist eine rostige Schraube, die sich aus dem französischen Wort genterie (gesamter Adel) durch das englische Wort Gentry (niederer Adel) dreht. Die neuen Rassisten und Faschisten pudern sich die Gesichter und wechseln ihre Perücken. Ihre Identitäten sind bloße Kleidungsstücke, die sie dem Anlass entsprechend wechseln. Herr Merz zieht die BlackRock-Jacke aus, dann zieht er die Kanzlermütze auf. Seine Show läuft einfach nicht: "Links gibt es nicht mehr!" Er spielt den Republikaner mit frustrierter Kaulquappenschnute. Die wird die AfD nutzen, um seinen Platz einnehmen zu können. Dann wird Herr Merz eine ganz andere Jacke tragen, um die "kleinen Paschas" in die Fabriken zu bekommen. Er nennt sie dann wieder Gastarbeiter. Für den niederen Adel haben Arbeiter kein Wohnrecht, auch Am Lokdepot nicht. Sie werden neue Gettos schaffen, weil sie tatsächlich denken, dass DAGEGEN ein Konzept ist. Von mir wird nun erwartet, dass, wenn ich über mein Privates schreibe, Geschichten über Beziehungen schreiben müsste, über den Pudding von Dr. Oetker, den der Peter so mag. Andernfalls bescheinigen mir Menschen, dass ich das Leben eines Mannes führe. Bezeichnenderweise sind das immer Menschen, die weder eine männliche noch eine weibliche Identität haben. Evi-Maus vom Lokdepot hat es in zehn Jahren geschafft, ihren Mann komplett zu verbrennen. Das finde ich nicht weiblich. Er ist nur das Ventil für ihren Hass, vor dem sie sich noch fürchtet. Sie wartete auf irgendeinen Bully, der diesen Hass entfesseln konnte. Fusel-Inge hat ihren Hass entfesselt. Fusel-Inge hat eine Wohnung mit einem richtig echten Mann gekauft, der einen Hammer bedienen kann. Elektrodrähte kann er sogar auch verbinden. Sie spielt Frau. Nachdem sie im Grundbuch stand, hat sie ihn rausgeworfen. Das finde ich identitätslos, also nicht weiblich oder männlich. Zum niederen Adel gehören junge Wohnungseigentümer, die ihre Eltern in ihrer Wohnung leben lassen. Alle finden das so süß. Tatsächlich ist es ein kaltes Modell, um die spätere Erbschaftssteuer zu umgehen. Das finde ich nicht human. Hätte ich Eltern, würde ich sagen: "Fahrt mit Eurer Harley über die Route 66. Haut Euer Geld auf den Putz, bis die Schwarte kracht." Ihr Familien-Modell heißt Gier frisst Hirn. Gentrifizierung meint, dass es kein Privatleben gibt. Es gibt keine vier Wände, in denen Menschen sicher sind. Gentrifizierung ist der frontal politische Angriff auf das Privatleben derer, die nicht in diese Gesellschaft gehören sollen. Am Lokdepot muss man nur homophob genug sein, dann schreibt die Frau Doktor Charakterzeugnisse.
60! Gewonnen
23/03/26
Seit dem 20. März 2026 bin ich 60 Jahre alt. Die edle Finalstrecke darf beschritten werden. Ich habe ein Leben gelebt, das mich ausgesucht hat. Ich habe mir meinen Körper nicht ausgesucht. Ich habe mir meine Eltern nicht ausgesucht. Ich habe mir meinen Geburtsort Berlin nicht ausgesucht. Ich habe mir den Kalten Krieg in Deutschland nicht ausgesucht. Ich habe mir die Hürden nicht ausgesucht und ich habe mir den Härtegrad meines Lebens nicht ausgesucht. Sogar der BeRuf hat mich ausgesucht. Ich habe gewonnen! Ich bin gesund geblieben. Ich bin körperlich fit geblieben. Mein Geist hat keinen Schaden genommen, weil ich nie Alkohol getrunken habe, weil ich nie Medikamente oder Drogen schluckte, weil ich nie gelogen habe. Ich habe gewonnen! Niemand konnte mich in Abgründe reissen. Niemand konnte meine Arbeit sabotieren. Niemand konnte mich in seine Kleinkriege zerren. Niemand konnte mich mit seinen Irrtümern vernebeln. Einer der populärsten Irrtümer ist, dass ich Tote versorge. Menschen dürfen nicht vergessen, dass Bestatter die sterblichen Überreste versorgen, die irdischen Geschenke, die das Leben verkörpern. In den ersten 20 Jahren musste ich mich in meinem Leihkörper zurechtfinden. Er war mir stets zu eng. Fehler passieren. Mein Körper ist wahrscheinlich ein Montagsmodell des Himmels. Ab dem 30. Lebensjahr wurde es besser. Ich lernte von einer Meisterin, wie ich das Schwere, das Belastende, das Erstickende aus meinem Körper werfe, wie ich meinen Leihkörper vor Fremdmüll schütze. Ich lernte von ihr, wo ich meine Gedanken produziere, welche Gefühle dann entstehen und wo ich meine Gefühle sortiere. Ab dem 40. Lebensjahr wurde es extrem leicht für mich. Mein Körper war eine Art Flugjet geworden. Ich wurde kaum müde. Ich brauchte weniger Schlaf, um zu regenerieren. Mein Humor sprudelte, meine Fantasie verdrängte schlechte Laune. Das Thema Nähe und Distanz war dann ein sehr leichtes Thema. Trampeltiere, Übergriffige und Grobmotorische bereiten körperliches Unbehagen. Sie verursachen schlichten aber effektiven Brechreiz. Ich lernte von meiner Meisterin, diesen Brechreiz extrem ernst zu nehmen. Österreicher bringen jene Grobmotorischen bissig und extrem scharf gewürzt auf den Punkt: "Die scheißen immer dort wo gegessen wird." Nelly Sachs schrieb hingegen: "Immer dort wo Kinder sterben werden die leisesten Dinge heimatlos…Immer dort wo Kinder sterben verbrennen die Feuergesichter…Immer dort wo Kinder sterben verhängen sich die Spiegel der Puppenhäuser…" Nelly Sachs meinte nicht nur den leiblichen Tod. Als ich 50 Jahre in meinem Körper lebte, wurde ich in meinem Beruf besser und präziser. Meine Gedanken und Gefühle blieben, durch gute Sortierung, jung. Meine Geschäftspartner blieben seriös und auch sie wurden fachlich immer kompetenter. Meine Hinterbliebenen wurden immer freundlicher. Im Privatleben blieben Freunde immer Freunde. Sie erinnern mich an meine Roots. Sie erinnern mich, wie wir vor langer Zeit in unseren brandneuen Körpern eierten. Sie erinnern mich an unsere Sturzflüge und Crashs, bis wir laufen, springen und fliegen konnten. 60 war immer das Mindestziel. Und heute bin ich 60 Jahre alt. 60 ist Paris. 60 ist New York. 60 ist orientalisch, wie 1001 Nacht. 60 ist Politik. 60 ist Weltbühne. 60 ist echt, wenn alles gut gelaufen ist. Ab jetzt fliege ich die nobelste Strecke, die das Leben zu bieten hat. Die Finalstrecke beschreibt die Strecke zwischen dem 60. Lebensjahr und dem 80. Lebensjahr. Die lang ersehnte Flugstrecke im Leben, die viele tolle Menschen leider nicht erreichen konnten. Niemand kann diese Strecke sabotieren, weil Niemand keine Ahnung hat, welchen Verlauf diese Strecke nimmt. Und sollte ich mit 80 Jahren sterben, dann möchte ich ins frische Gras beißen dürfen.
Totgeschossen. Gefühle verhindert!
18/03/26
Der 28-jährige Arbeiter Karl. Der 47-jährige Arbeiter Johann. Der 33-jährige Weber Albert. Der 24-jährige Mechaniker Ferdinand. Der 49-jährige Raschmacher Johann. Der 22-jährige Notenstecher Johann. Der 22-jährige Arbeiter Ludwig. Der 37-jährige Maschinenarbeiter Johann. Die 29-jährige Arbeitsmannsfrau Adeline. Der 30-jährige Buchdrucker Magnus. Der 26-jährige Schlossergeselle Leonhard. Der 45-jährige Privatsekretär Carl. Der 36-jährige Buchbindergeselle August. Der 36-jährige Tischlergeselle Carl. Der 40-jährige Eisenbahnbeamte Wilhelm. Der 20-jährige Vergolder Wilhelm. Der 33-jährige Friseur Alexander. Der 25-jährige Tapezierer Johann. Der 49-jährige Kattundrucker Leopold. Der 34-jährige Schlossergeselle Ferdinand. Der 37-jährige Tischler Ferdinand. Der 26-jährige Schneidergeselle Christian. Der 32-jährige Zeugschmiedegeselle Franz. Der 30-jährige Schlossergeselle Carl. Der 22-jährige Arbeitsmann Friedrich. Der 21-jährige Diener Moritz. Die 45-jährige Charlotte. Der 19-jährige Bildhauer Eugen. Die 26-jährige Lina. Der 46-jährige Schirmfabrikant Wilhelm…Am 18. März 1848 starben in Berlin hunderte von Menschen. Mein Florist legte heute die bestellten Kränze am Brandenburger Tor für sie nieder. Zu den Auftraggebern gehörte die IG Metall und die ungarische Botschaft. Der Platz des 18. März erinnert heute an die bürgerliche Revolution, die die preußische Regierung absetzte. Die Obrigkeit wurde deinstalliert. Die Revolte der Menschen, durch Krisen und Massenarmut provoziert, forderte die Einhaltung der Menschenrechte, die Gewährung bürgerlicher Freiheiten, der Redefreiheit, der Pressefreiheit, der Versammlungsfreiheit, der Vereinsfreiheit. Diese Revolte forderte auch die Rechte der Arbeiterfrauen. Gefordert wurde das Ende der Zensur, das Ende der nationalstaatlichen Zersplitterung und die Teilhabe durch freie Volkswahlen. In diesen Tagen muss ich mich mit Leuten Am Lokdepot demütigen, die wegen einer Pausenzigarette über Jahre jammern und heulen. Ich muss mich mit Leuten erniedrigen, die, wie die Klageweiber, Versammlungen einberufen, weil es nach Essen duftet. Ich soll womöglich einen Hofknicks vor Frauen machen, die über einen Kabelschacht jammern, die zudem von ihren weitaus interessanteren Müttern finanziert werden. Ich muss heute berliner Richterinnen erdulden, die selbstgefällig ihre Tattoos Beklagten und Klägern präsentieren - die das höchste Maß der Verantwortung, die Freiheit, vom Pult fegen - die dafür respektiert werden wollen. Ich soll mich einer Sache unterwerfen, die irgendwer oder irgendjemand Politik nennt. Ich erkenne keine Politik. Ich erkenne die antrainierte Gefühlskälte, die nur noch selbstherrliche Idiotismen abfeiern kann. Deutsche weinen nicht. Deutsche haben keinen Zugang zu ihren Gefühlen. Deutsche retten. Sie retten Wale und Ozeane. Sie retten Hunde in Rumänien und sie retten die Bienen. Sie retten Opfer in Seenot. Sie retten Kinder in Not. Sie retten Geflüchtete. Sie retten den Regenwald. Sie retten die Vögel - aber sie können nicht über 300 Tote weinen, die den Grundstein für eben jene Freiheiten legten. Johann Geraß starb am 18.3.1848. Er war 19 Jahre alt. Er lebte bei Familie Krüger, seinen berliner Pflegeeltern, Fischmarkt 5. Johann machte eine Lehre. Er wollte Buchdrucker werden. Er war ein gebürtiger Berliner. Auch sein Leichnam wurde auf dem Friedhof der Märzgefallenen bestattet. An jenem 18. März starben fast 300 Menschen. Sie alle waren auffällig jung. Deutsche sagen, dass sie aus besitzlosen Schichten stammten. Das ist merkwürdig zu nennen, denn zur ihrer Beerdigung in Berlin-Friedrichshain kamen fast 100 000 Berliner, also damals ein Viertel der Bevölkerung Berlins.