Die Metaebene

Der Internetschwarm wird sich schon bald auf die nächsten Hashtags stürzen. Von #meetoo zu #fridaysforfuture zu #stayhome zu #blacklivesmatter. Die Geschichten, die die Welt ausmachen, sind Spielzeuge, die ganz schnell wieder in die Ecke geworfen werden. Wenn ich George Floyd wäre, würde ich auf dem Boden liegen und wissen, dass mich ein Mensch beim Sterben filmt. Er diskutiert moderat mit einem Policeofficer. Auf meinem Hals kniet ein anderer Officer, der sich, während er mir mein Leben nimmt, filmen lässt. Von oben würde ich mir die Ausschreitungen in meiner Heimat ansehen. Polizeiautos werden umgeworfen, Zeug wird in Brand gesetzt, Menschenbarrikaden werden von Polizeiautos überfahren, Menschen überfahren Menschen, Menschen schlagen sich, Menschen besprühen Wände. Alle filmen alle. Sie können ihre Filme nicht beschreiben. So bleiben humanoide Fragmente: fuck, bitch, motherfucker, what the fuck…Das sind ihre Abschiedsworte für mich. Lady Di wurde stilvoller verabschiedet - sie war mit einem Ausländer zusammen und wurde im Leben getrieben und gejagt. Im Internet sehe ich Bekundungen, die nicht an mich gerichtet sind. Black Lives Matter - kurz #blm. Aus meiner neuen Perspektive fällt mir ein Interview mit Withney Houston ein. Sie wurde von einer Reporterin darauf angesprochen, dass sie den Popbereich verlässt und den Soul sucht. Withney Houston antwortet: "I am Soul. I'm not searching." Dann wird mir klar, was Soul meint. Es ist kein Herzchen, das man drückt, kein Account, den man anfüllt, keine Musikrichtung, die man aussucht. Ein Leben ohne mich, ohne die anderen ist Soul. Rosa Parks war nicht schwarz. Sie war selbstbewusst. Dr. Martin Luther King war nicht schwarz. Er war selbstbewusst. Malcolm X war nicht schwarz. Er war selbstbewusst. Barack Obama ist nicht schwarz. Er ist selbstbewusst. Prince war nicht schwarz. Er war selbstbewusst. Lenny Kravitz ist nicht schwarz. Er ist selbstbewusst. Muhammad Ali war nicht schwarz. Er war selbstbewusst. Ich finde ein Buch von Ibram Kendi. Er schreibt, dass viele Amerikaner nicht wissen, dass sie Rassisten sind; dass sie die Interessen der Elite verteidigen. Können Menschen ohne Bewusstsein Eliten verteidigen? Ein Vertreter saß 8 Minuten auf meinem Hals. Ein anderer filmte 8 Minuten mein Sterben. Ist Elitäres ohne jedes Bewusstsein? Soul ist das nicht. Am Rande bemerke ich, dass die Pandemie in Paris ausgesetzt wurde. Tausende demonstrieren für eine Sache, die sie schon morgen wieder vergessen haben. So bleibt mein Tod eine Familientragödie. Mein Tod wird sich, wie eine Schraube, durch meine Tochter drehen. Sie wird es überleben - aber wie? Das meint Soul.

Etikette

Man muss vielleicht nicht alles mit dem Wort Pietät verbinden. Ich beschreibe es mal anders. Die Beerdigung eines mir in extrem angenehmer Erinnerung gebliebenen Punk Rockers hatte mehr Etikette als die Gangart der momentanen deutschen Fachwelt um Corona. Das Trauergespräch verlief absolut zivilisiert, kultiviert und harmonisch ab. Meine Auftraggeber hinterließen keinen narzisstischen oder psychiotischen Eindruck. Der Sarg wurde professionell mit Botschaften und Fantasy-Motiven lackiert. Die Gäste trugen zur Zeremonie Zylinder, die Hunde rannten nicht über den Friedhof. Sie standen brav vor der Trauerhalle und sie trugen stilvolle Paisleytücher, für die Johnny Depp viel Geld ausgibt, wenn er bei Mr. Freedom in Californien shoppen geht. Die Rockband war laut aber extrem synchron. Ein Freund hielt die Trauerrede und seine Stachelfrisur saß 1A. Seine Formulierungen hatten einen poetischen Charakter. Die echten Worte waren mit Liebe und Herzenswärme gefüllt. Die Feuerkünstlerin setzte die Bäume, wie dem Verwalter versprochen, nicht in Brand. Auch ihr Einsatz kam professionell - genau als der Sarg ins Grab gesenkt wurde. Freakig ausgeflippt finde ich die öffentlich Beteiligten um Corona. Der Chefvirologe der städtischen, also nicht privaten Charité erhält Anfragen von der BILD. Die sind tendenziös. Der Chefvirologe, im Auftrag der städtischen Klinik, veröffentlicht die Mail, schwärzt aber nicht den Namen und die Telefonnummer des Journalisten. Er löscht die Mail. Zu spät. Der Tagesspiegel hat sein Posting gescannt und veröffentlicht. Der Journalist ist nun allseits bekannt. Jeder macht jeden zur Zielscheibe. Die Rechtsabteilung der Charité könnte an die gesetzlich seit Jahren bindenden Datenschutzgesetze erinnern…muss aber nicht. Der Bürgermeister - Vorstand der städtischen Charité - könnte den Virologen aus dem gesamten Feuerwerk nehmen…muss aber nicht. Ein SPD Politiker erhält eine Morddrohung. Das twittert er. Der Virologe der städtischen Charité bestätigt - ebenfalls auf Twitter - eine identische Mordrohung erhalten zu haben. Ein Schauspieler schaltet sich auf Instagram zu, bestätigt ein gewisses Know-how in Sachen Morddrohungen. Er empfiehlt beiden eine mir unbekannte Chill-Pill, setzt auf die männliche Strategie und rät beiden, dass sie nicht heulen sollen. Hier kommt die renommierte Frankfurter Allgemeine Zeitung, markant FAZ, ins Feld und schreibt einen ganzen Artikel darüber, dass sich dieser Schauspieler auf unempathisch unangebrachte Art und Weise über die Morddrohungen quasi lustig machte. Daraufhin löscht jener Schauspieler besagte Botschaft und schreibt einen langen Kommentar für Deutschland. Er beteuert, dass er diese seine Nachricht gänzlich unbedacht gepostet hatte, dass er einen Fehler gemacht hat, den er eingesteht, weil er seinen Kindern auch immer wieder sagte, dass man sich für gemachte Fehler entschuldigen müsse. Ich erinnere die Punk Rocker. Sie waren konzentrierter, sie waren nicht fanatisch, totalitaristisch. Sie posaunten nicht. Sie musizierten. Sie haben stets auf die Meinung einer Masse geschissen, die sie diffamieren wollte, die sie in Gänze abschaffen wollte, die sie nicht auf der Straße sehen wollte. Die Mordrohungen fanden nur die beiden Opfer furchtbar. Alle Beteiligten, auch die stummen Verantwortlichen, suhlten sich in ihrem Schlamm. Sie verniedlichten sogar die Mordrohungen durch ihr narzisstisch unverantwortlich öffentliches Geschnattere. Sie können nicht einmal mehr Tat und Tätern einen Fokus gönnen. Denn den haben sie auf sich gezogen. Das sich solche Leute nicht in Grund und Boden schämen, gehen, abtreten, Ämter und Bühnen räumen, um gesunde und vitale Menschen arbeiten zu lassen.

Bankensystem

Das Finanzsystem muss sich nicht ändern. Das Bankensystem muss sich nicht ändern. Handwerker müssen umdenken. Der erste grundsätzliche Schritt in eine lebbare Zukunft wäre natürlich eine Bank, die ausschließlich Konten für Handwerker verwaltet, die also andere Berufsgruppen kategorisch ausschließt. Ähnliches gab es bei der Techniker Krankenkasse, gibt es bei der Künstlersozialkasse. Diese Bank spekuliert logischerweise nicht an der Börse. Sie reinvestiert Geld ausschließlich in den Aufbau kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe, die ausbilden, fördern, befördern, sich und andere weiterbilden. Handwerk & Netzwerk. Es ist natürlich ein absoluter Nonsens und auch frustrierend, Geld zu jenen Banken zu bringen, die an der Börse spekulieren, die Techfirmen befördern, also in ein handwerklos digitales Leben investieren. Ich finde, dass die Zukunft konsequent spezifische Banken braucht, so zum Beispiel auch für Rentner, deren Geld dann wiederum in Projekte investiert wird, die alten Menschen helfen und gefallen. Es macht keinen Sinn, dass 10 Banken an einer Börse spekulieren, um 3 Langweiler reich zu machen. Übliche Banken sind mental bankrott. Sie wurden von ihren Rohstoffen, also auch von Rentnern und Handwerkern, gerettet. Wichtig finde ich es, eine Verstaatlichung zu umgehen, denn auch die Kanzlerin unterstützt das fragwürdige Bankensystem. Menschen vorzuschreiben, dass 5000 Euro Bargeld im Monat reichen, ist peinlichstes Gedankengut, welches geistvolle Staatsoberhäupter einer Demokratie nicht produzieren. Während alle Menschen die Wallstreet anbeten und BlackRock besprechen, habe ich mich vom Blackdollarnetwork inspirieren lassen. Finanzstarke Afroamerikaner stellen sich vor, sie netzwerken, sie wollen ihr Geld nicht mehr nur in einen Apparat investieren, der gegen sie arbeitet, der afroamerikanische Jogger ermordet, der Gefängnisse für sie baut. Sie feiern sich und ihre Stars. Sie bauen sich gegenseitig auf. Sie unterstützen junge Menschen - auch in Afrika. Ein tolles Vorbild mit vielen Parallelen.

Der Schuster blieb nicht bei den Leisten

Jeder kennt die deutsche Redewendung: "Schuster, bleib bei Deinen Leisten." In Amerika sagte man: "A dream without a goal is only a dream. Be you. Be true." Bliebe die Tagesschau bei ihren Leisten, könnte den Machern eine gewisse interne Spaltung auffallen. Über die Pandemie in den USA berichtet sie: "Stresstest für die US-Demokratie." Die Tagesschau zeigt Bilder von Demonstrierenden. Über die Pandemie in Deutschland berichtet die Tagesschau polemisch: "Wer demonstriert da eigentlich?" Gezeigt werden auch hier Demonstrierende in NRW. Persönlich bin ich froh, dass Menschen auf die Straße gehen. Schließlich schieben wir auch maskiert unsere Einkaufswagen durch einen Gang. Die 2 Meter sind da schnell 50 cm. Im ersten Fall gehen die Menschen aufrecht und selbstbewusst. Im zweiten Fall zuckeln und zögern die Menschen wie Igel und versuchen sich unsichtbar zu machen. In China verschwinden Ärzte und Blogger. In Amerika steigt die Suizidrate seit Jahren traumatisch an. Die Pandemie scheint wohl der Tropfen, der viele Fässer zum Überlaufen bringt. Enorm viele US-Soldaten nahmen sich nach ihren Auslandseinsätzen das Leben. Veteranen galten als Risikogruppe. Die staatliche Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) untersuchte die Suizidrate in den USA für den Zeitraum 1999 - 2014. Sie war um niederschmetternde 24% gestiegen. Für mich war es neu, dass Deutschland und die USA die höchste Suizidrate in den 1980er Jahren verzeichneten. Desaströs hoch ist die Selbstmordrate bei Frauen in der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen. 10 Frauen pro 100 000 töteten sich im Jahr 2014. Im Vergleich zum Jahr 1999 ein Anstieg von 63 Prozent. Den größten Anstieg gab es in den Altergruppen der 10- bis 14-jährigen Mädchen. Im Vergleich zum Jahr 1999 hat sich die Suizidrate verdreifacht. 150 Mädchen pro 100 000 nahmen sich im Jahr 2014 das Leben. In keiner anderen Gruppe haben Selbsttötungen so derart zugenommen wie bei Männern zwischen 45 und 64 Jahren. Im Vergleich zum Jahr 1999 ein Anstieg von 43 Prozent. Viele Männer wählen die Schußwaffe, Frauen vergiften sich. Männer und Frauen greifen mehr und mehr zum Strick und töten sich durch Erstickung. Einer von vielen Zusammenhängen liegt im Rauschgiftkonsum und im Medikamentenkonsum. Der Gebrauch von Antidepressiva und Opiaten war bei vielen Selbstmordtoten nachweisbar. Das könnte daran liegen, dass die mentale Gesundheit erst seit 2010 ins US-Gesundheitswesen aufgenommen wurde - ein breiter Zugang für Patienten allerdings nicht möglich ist. Die Pandemie lässt alle bereits vollen Fässer überlaufen. Heute sah ich zufällig, dass Julianne Moore ein Foto auf Instagram postete. Sie teilte eine große Begeisterung mit der ganzen Welt. Ihr Puzzle zeigte endlich einen bunten Papagei. Die vielen Grünphasen waren wohl eine echte Hürde. In Deutschland schießen, mitten in der Pandemie, die Trader wie Pilze aus den Werbeagenturen. Sie wollen die letzten Schuster auch noch umsprühen: "Werde noch heute Trader." In den 1990er Jahren nannten sich Trader Wirtschaftsdienste. Wer heute gut gestreute Aktien kauft, kann schon morgen demonstrieren. Regierende Politiker in Berlin haben ETFs im Portfolio, fahren Renditen ein und legen heroisch einen Mietendeckel auf. Dann wundern sie sich über sinkende Renditen. Die Schuster demonstrieren. Sie wollen eine bleibende Knechtschaft verhindern. Die Polizei schlägt einer Reporterin die Zähne kaputt. Ihr Kollege erstattet doch lieber keine Anzeige. Er sagt tatsächlich laut, dass er einen gestörten Nachrichtenfluss der Polizei befürchtet. Er könnte auch Trader werden. Der Schuster bleibt der Schuster.

Eine Behörde hebelt die andere Behörde aus

Als ich mein Bestattungsinstitut 1992 eröffnete, funkten die Berliner Behörden ziemlich gut. Die Gewerbeanmeldung kam prompt, die Handwerkskarte war damals ein getipptes C6 Format. Das Melderegister gibt bis heute eindeutige Auskünfte darüber, wo ich gemeldet bin und wo ich arbeite. In Amerika und in Australien gibt es keine Meldepflicht. In Deutschland gibt es eine Meldepflicht. Die Rundfunkanstalt ist mit einem fantasievollen Justitiar klüger als all diese Institutionen: Frau Marschners Bestattungsinstitut ist eine Wohnung, also kein Gewerbe. Jeder wache, gesunde und logisch denkende Mensch würde überlegen: Ist es möglich, dass ein Bestatter in einem Sarg übernachtet? Eher nicht. Das Melderegister wird wohl stimmen. Selbst das Finanzamt überprüfte meine Räume und stellte fest: Es ist keine Privatwohnung. Das Verwaltungsgericht Berlin hebelt alle Institutionen, das Meldewesen Berlin, die Handwerkskammer, das Finanzamt und das Gewerbeamt aus. Die Richterin folgt nicht den Belegbeweisen. Sie folgt den Fantasien der Rundfunkanstalt. Gibt es eine spezielle Berlin-Verordnung: Wir haben immer das Recht auf unserer Seite. Immerhin zahlen so die Privatbürger alle Verfahren. Das Amtsgericht Berlin hebelt aktuell das OLG Frankfurt aus und behauptet: "Private Menschen dürfen parkende Fahrzeuge fotografieren und zur Anzeige bringen." Das OLG hatte per Beschluss entschieden: Dies ist alleinige Aufgabe des Staats. Die so ermittelten Beweise unterliegen daher einem absoluten Verwertungsverbot. Logisch, denn wir wollen keinen Edgar Hoover, der mit privaten Daten FBI spielt. Auffallend ist, dass an den Fakten vorbei entschieden wird. In einem aktuellen Fall vor dem Finanzgericht kommt nach 5 Jahren ein Urteil, auf das ich sehr gespannt bin. Nachdem mir Handwerksfirmen - wie Schwerverbrecher - sämtliche Firmenunterlagen und ihre steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung überreichen müssen, glaubt das Finanzgericht, entgegen des Europäischen Gerichtshofes, dass ich weitere kommissarisch hysterische Ermittlungen durchführen muss, weil eine Anschrift differiert, wie bei jedem Umzug. Jeder Handwerker würde mir einen Vogel zeigen und seine Leistung verwehren. Das Finanzamt Berlin behauptet tatsächlich: Fillialen dürfen keine Rechnungen schreiben. Alle Baumärkte drucken Bons und Rechnungen in ihren Fillialen, die man haben darf. Wie nennt man das, wenn Faktenlagen gebogen werden? Gibt es dafür ein Wort? Im Zeitalter, in der Parallelwelten eine absolute Hochkonjunktur erleben, weil sie Finanzhochburgen für Realitätsfremde sind, die auch mit spirituellen Währungen arbeiten, darf es nicht passieren, dass reale Gesetze und Gesetzmäßigkeiten ausgehebelt werden können. Das würde die richterliche Freiheit in eine andere Welt zerren. Insofern ein lautes Bravo an die Richter des Verfassungsgerichtes für das deutliche und klare Urteil gegen die Handlungen der EZB, die unsere Verfassung mitnichten respektiert, wahrscheinlich nicht einmal zur Kenntnis nahm. Warum sollte ich bei diesen offensichtlichen Zuständen eine Verschwörungstheoretikerin werden? Die Frage muss lauten: "Warum wird eine Bestatterin, eine Berliner Unternehmerin jahrelang mit aufgepusteten Papierbergen belastet, wenn öffentlich-rechtliche Fakten keine halbe Seite in Anspruch nehmen?"