Das Söringsyndrom

Mit dem Söringsyndrom wird aktuell klar, dass die erste Klasse einer Gesellschaft Todesfälle durch Mord so derart lange zerquatscht und zerfasert, bis es keine Todesfälle mehr gibt. Die gehobene deutsche Gesellschaft zerfasert 33 Jahre Haftstrafe in den USA. Das betreibt sie so derart lange, bis ein deutscher Täter im Grunde unschuldig im Gefängnis saß. Ein deutscher Sohn, mit Diplomatenausweis, der in den USA studiert, kann kein Täter sein. Die gehobene Gesellschaft, dazu gehört die Süddeutsche Zeitung, putzt ihn, wäscht ihn, zieht ihn an, kämmt seine Haare, wählt die Brille für ihn aus. Er darf nicht zum Gesindel gehören. Im schlimmsten Fall ist er ein Hanswurst - aber niemals ein Täter. Heute wäscht er seine blutigen Hände selbst. Er schrubbt sich förmlich in aller Öffentlichkeit die Haut vom Leib. Darin möchte niemand stecken, auch er nicht. Ein grausamer Mord, ein Blutbad, ein ausgeklinktes Gemetzel macht aus der gehobenen Gesellschaftsklasse eine Putzkolonne. Der Tod ist nur eine Nebenwirkung, die verschwindet, wenn man Tatorte und Täter putzt, aufhübscht und in Rüschenkleider steckt. Er hat eine ausgeklinkte Junkie-Braut….,pardon….eine brave Studentin mit Drogenproblemen gedeckt. Ihre Mordfantasien sind irgendwie studentisch, vielleicht auch kanadisch. Der heute 60-jährige Täter redet noch immer von seiner Liebe zu einer Frau, die seine erste Frau war. Er wollte ihr Held sein und wurde zum Scheckbetrüger. Auch das ist natürlich keine Straftat. Immerhin ist er Diplomatenkind. Die Schreiberin von der Süddeutschen Zeitung wird sicher gedacht haben: "Wie süß. Sie heizt ihn mit lesbischen Attitüden auf; und er will ihr Held sein. Ich habe eine Psychostory, die ich schon immer haben wollte." Wie genau eine heroinabhängige junge Frau brav studiert, wird verblendet, nicht hinterfragt. Das Blutbad um ihre Eltern rückt in immer weitere Ferne. Zwei ermordete Menschen treten in den Hintergrund. Der Tod ist unwichtig. Die Aussagen müssen immer bekloppter werden, um den deutschen Leser ins Söringsyndrom zu ziehen. So sagt der Täter nach 33 Jahren Knast: "Elizabeth wird niemals die Wahrheit sagen. Niemals." Die Schreiberin von der Süddeutschen Zeitung wird geweint haben, bei dieser rührenden Aussage. Sofort hat sie eine Fan-Gruppe gruppiert. Der deutsche Mob entblösst das US-Justizsystem als extrem fehlerhaft. Plötzlich sind alle Menschen Psychologen, Kriminologen, Journalisten, Juristen, gar Staatsanwälte. Die Großmutter des Täters schrieb ihrem Enkel einen Brief, als der im Gefängnis saß. Sie eröffnete ihm die Möglichkeit des Suizids. Heute ist der Enkel alt. Niemand merkt, dass er keinen Studienabschluss hat. Er hat keinen Beruf, keine Ausbildung. Er gehört zum Gesinde. Und so stellt er sich wie ein Freak in einem Zirkus aus, der ihn zerstören wird, verhöhnen wird, verlachen wird. Der Knastbruder….pardon….der einst junge Diplomatensohn geht natürlich nicht arbeiten. Schon damals hat er mit Papas Kreditkarte Hotelzimmer gebucht und bezahlt, um einer Schlampe….pardon…einer selbsternannten Lady Macbeth die Flucht zu ermöglichen. Jeder Arbeiter, jeder Handwerker, jeder Clochard distanziert sich von diesem dreckig stinkenden Millieu. Diese Formen der narzisstischen Krankheiten und Störungen dürfen nicht weiter in eine gesunde Gesellschaft tropfen, die Geld durch tatsächliche Arbeit generiert.

Der Neuanfang im Todesfall

Mein Onkel Wolfgang ist gestorben. Er war der ältere Bruder meines Vaters und meiner Tante. Nun ist es egal, woher er kommt, wer seine Eltern waren, welche Geheimnisse er tragen musste. Sein Tod ist nicht das Ende einer langen, extrem komplex großen Geschichte. Mein Onkel Wolfgang war wohl immer jener Junge, Teenager, Mann, der nie zu den von Echosmith besungenen 'cool kids' gehörte. Onkel Wolfgang kam 1937 in diese Welt. Er kiffte nie. Er war nie betrunken. Er war kein Tänzer, er war kein Esoteriker, kein Coach, er war unmusikalisch, er produzierte keine Skandale. Er hatte keinen Humor; und das produziert viel Humor. Er reiste nicht nach Ibiza oder Indien. Er war ein Wikinger? Sein Ruderverein ehrte seinen Geburtstag im Jahr 2022. Onkel Wolfgang ruderte. Er zog und schob das Wasser. Er saß mit anderen in einem Boot…die nur als synchrone Einheit gewinnen konnten. In einem Boot sitzen. Ein Leben lang in einem Verein wirken. Das ist genug, auch ohne Ehrungen und Pokale. Onkel Wolfgang war eine Art Berufssoldat. Er diente der Stadt Berlin. Er arbeitete über Jahrzehnte in einer Berliner Behörde. Er saß in einem Boot, egal wie staubig die Stuben waren. Er versuchte, eine städtische Mannschaft zu synchronisieren; und so wurde er Direktor einer wichtigen Organisation. Die Stadt Berlin sollte Menschen ehren, die ihre Westen so weiß halten, bis Familien daran zerbrechen. Onkel Wolfgang war nicht perfekt. Er war sogar weit entfernt davon. Er haderte. Womit haderte er? Das nimmt er mit ins Grab. Also geht es uns nichts an. Die Stadt und den Ruderverein lässt er ganz einfach zurück. Wen hinterlässt er? Er hinterlässt einen mächtigen Sohn, der den Raum voll und ganz betreten und füllen kann. Er kann den Raum verändern, umstellen, neu beleben. Er kann Wände einreißen. Er kann diesen Raum niederbrennen und für alle Zeit verschließen….bis sein eigener Sohn neugierig wird. Wolfgang Marschner. Der Name hat eine Bedeutung. Mein Onkel war hier. Er war auf diesem Planeten tätig. Er hat etwas hinterlassen, wie jeder Mensch, der hier war. Er war nicht der beste Mann. Er war nicht der beste Vater. Er war nicht der beste Onkel. Er war nicht der beste Bruder. Warum auch? Eines ist heute aber klar. Er war besser als meine beschissen hysterischen "Nachbarn", die nur dämliche Waschweiber sind und ihren Dreck in einem Haus produzieren können. Mein Onkel hat die Stadt gestaltet. Er war in seinen Booten niemals der kleine Hosenscheißer, der sich aus der Verantwortung zog! Er war kein Arschloch, der andere denunzierte, der sich hinter anderen versteckte. Er war kein Hohlkopf, der Blasen produzierte. Er war ein Steuermann. Er hat sich nicht an Vereinskassen bedient. Er hat sich nicht an Staatskassen bedient. Er hat nie die Seiten gewechselt. Er spendete viel Geld an Hilfsorganisationen. Er wusste, dass sein Sohn nicht hilfebedürftig ist…weil er sein Sohn ist. Kein Marschner geht unter. Wir schieben Wasser und wir ziehen an. Wir lassen einfach zurück und wir gehen - immer nach vorne. Machs gut, Steuermann! Leb wohl.