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Herzen sind Zeitlupen. Gedanken sind schnelle Partikel im Licht. Geister sind Filter in der Dunkelheit. Menschen verschließen sich. Geschlossene Gesellschaften kommunizieren über ihre Sinne. Veganer befinden sich im Hungerstreik. Tattoo-Artisten bemalen Fleisch. Gläubige beten. Meditierende suchen. Chillende lassen los. Kapitalisten klammern. Unglückliche wüten. Sozialdemokraten sind nicht sinnlich. Christdemokraten sind nicht vegan. Liberale sind nicht tätowiert. Piraten arbeiten für geschlossene Netze. Alternative klingen radikal. Geschlossene Gesellschaften machen Sinn - mit entstörten Sinnen betrachtet. Das Piano synchronisiert sich erst später mit dem Beat.
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Es war das Hausputtchen! Es war nicht der Gärtner. Es war nicht der Müllmann. Es war das Hausputtchen, die langweiligste Frau aus dem Haus, die auf meine Kosten im Mittelpunkt stehen möchte. Man kann, das steht bewiesen, die Hoffnung begraben, dass Intelligenz, Größe und Anmut denunziert. Welche Fragen hatte das Hausputtchen seinerzeit an den Wohnungsverkäufer: „Was ist ein Gemeinschaftspool? Kann man darin baden?“ Sie bückt sich geizig, um das Türschloss zu finden. Dann steckt sie ihren Schlüssel ins Schloss, so, als gebe es in ihrer Manie nur einen einzigen Versuch. Sie hat keine gute Erziehung genossen. Jede großzügige Frau geht nuanciert in die Knie, biegt sich leicht nach hinten und lässt dann den Schlüssel ins Schloss fahren. Man steckt einen Schlüssel nicht im gebückten Zustand in ein Schloss. Puttchen ist etwa 35 Jahre alt. Ihr Mann steht hinter ihr. Er trägt ein Kind. Wahrscheinlich ist es sein Kind. Es wirkt allerdings, nachhaltig, als hielte er ein Toastbrot im Arm, das er, gnädig, für sie trägt. Sie muss schließlich am Türschloss arbeiten. Er grüßt! Dieser Teil einer halbwegs guten Erziehung wird sicher unter ihrem Pantoffel begraben. „Vorsicht, Mädchen!“ Sie kann sich glücklich schätzen. Er lagert noch immer das Wasser ihrer Schwangerschaft in seinen Beinen. Jeder Topf findet seinen Deckel. Ich sollte ein Buch schreiben. >>Das rote Haus<<. In den Hauptrollen: Der Mülltonnenfotograf, der gescheiterte Schauspieler; natürlich die Windwächter, Moni 21 im Nebel, der Gärtner ohne Arbeitsgeräte und schließlich Puttchen, eine Wohnungseigentümerin, die fest daran glaubt, dass Nirvana und Nirwana…
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Ich muss seit etwa 2 Tagen sehr über einen Satz lachen, der immer wieder in meinem Kopf auftaucht: „Stell Dir vor, jemand will Dir in die Seite fahren….und er kommt 36 Jahre zu spät!“ Mein Bestattungsinstitut befindet sich seit etwa 6 Monaten am Lokdepot. Während der Umzugsplanung, die 3 Jahre zurückliegt, wurde ich immer wieder persönlich überzeugt, dass dieser mutige Bau von überaus intelligenten, sehr kompetenten und auch sehr sozialen Menschen realisiert wurde. Phantasievolle Vordenker dirigierten eine handwerklich ziemlich geniale Umsetzung. Welcher Eigentümer sollte sich auch darüber freuen? Die Auffahrt ist ein Zentimeter zu schmal. Pfuscher müssen gekantet werden. Wer sollte sich über eine Verwaltung freuen, die Service bietet? Wird gekantet. Viel zu teuer, viel zu großzügig, viel zu eigenständig. Wird verklagt. Liebling Kreuzberg lebt auch im Haus. Knietief steigt er in den Fall ein. Hymnen und Lobpreisungen verkünden ihn. Seine Entlohnung fällt natürlich schmal aus. „Das macht er nur, weil….“ Vor zwei Tagen bekam ich Post vom Bürgeramt Schöneberg: „…Wir wurden informiert, dass Sie Wohnraum zweckentfremden. Sie betreiben ein Gewerbe.“ Sicher war der Denunziant ein zufälliger Spaziergänger, der Profiler ist. Die üblichen Drohgebärden bestimmten jenen Brief. Huuu, ich muss 100.000 Euro bezahlen, wenn ich nicht …und dann aber … und nach Paragraph und Absatz… Ich muss natürlich nichts, weil ich lesen kann - auch Verträge und Urkunden. Anonyme Hater ziehen ihre eigene Gemeinschaft in den Verdacht. Der Sachbearbeiter, der nicht anonym bleiben konnte, erfährt eine saftige Dienstaufsichtsbeschwerde. Dummheit sägt immer am eigenen Ast. Diese Hater-Produktivität könnte man intelligent nennen. Sie reißt allerdings die falschen Menschen in den Abgrund. Was mich wirklich umhaut, überrascht, bedrückt und auch sprachlos macht: Ernie und Bert sind tätowiert - sie tätowieren sich sogar gegenseitig.
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Zeit Campus titelte gestern: „Jung und Links“. „Linke Bewegungen“. „Die Neuen Radikalen.“ „Junge Linke haben Bezug zur Unterschicht verloren.“ Es geht um die Mikroaggressionen. Es geht um den Tugendterror. Es geht um die politische Korrektheit. Ich möchte keine Fehler machen: Ein Ehepaar verkleidet sich. Beide arbeiten bis in die Nacht - für den CSD Berlin. Hätte ihr pinkfarbenes Haar den Gay Pride kippen können? Könnten die Hasenohren den Feminismus in Gefahr bringen? Ist sein Piratenlook eine versteckte Anspielung auf eine nicht anwesende Partei? Oder…ist dieser Look eine ultimative Tarnung, um Transgender mit großen Ohrringen attackieren zu können? Ist ihre Haarfarbe möglicherweise ein Wink, ein Hinweisen auf die Sängerin PINK, also auf knallheterosexuelle Lebensformen, die den PRIDE zerstören sollen? Kann ein Pirat, der mit einem Hasen lebt, überhaupt tolerant sein? Ich möchte mich bei der ZEIT für die UNTERSCHICHT bedanken. Das Billigste ist gerade gut genug für Arbeiter und Arbeiterinnen. Immer her damit.
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Früher war es sehr wichtig, dass Menschen etwas machen. Heute ist es überaus wichtig, dass Menschen nichts machen. Das Machen ist ein Reflex geworden - führt in eine irrationale Sprunghaftigkeit, die unsere Gesellschaft komplett zerfasern wird. Vor 20 Jahren sollte jeder ein Individualist werden. Heute isoliert das Internet die Individualisten. Das Machen wird durch eine Maschine am Leben erhalten. Am Punkt X der Geschichte wird es nur noch Reflexe geben. Daumen hoch, Daumen runter, blocken, bloggen, bewerten, abschießen. Die Flut der groben Buchstaben torpediert erst das Gehirn. Kugeln löchern den Kopf. Gedanken werden gesprengt. Sie fliegen in Fetzen durch das Gehirn. Viel Blut läuft in das Glaubenszentrum, in die geistige Bibliothek, in einen klaren Brunnen und in den Ruheraum. Das Internet kann nicht machen. Eine Maschine kann nicht machen. Der Mensch macht und macht und macht - macht sich auch sehr unbeliebt. Die Maschine bleibt unschuldig. Der Mensch lernt, dass man Menschen hassen kann. Wie lange sind individuelle Kinder fröhlich, frei und unbefangen, wenn man sie isoliert und in der Isolation torpediert? Ist es nicht die blanke Ironie, dass diese Diskussion im Internet geführt wird? Eine Diskussion wird an einem Ort geführt, den es nicht wirklich gibt. Im Internet gibt es keine Menschen. Es gibt echte Abbilder und es gibt falsche Abbilder. Es gibt richtige Namen und es gibt falsche Namen. Stell Dir vor, du bist 17 Jahre alt. Seit fünf Jahren sitzt Du an einer Maschine. Deine Eltern unterstützen Dich aktiv. Sie selbst sitzen an der Maschine. Sie erklären den Ort, den es nicht gibt. Du erkennst, dass Deine Eltern an diesem Ort falsche Namen tragen. Das Eigentlich macht sich in Deinem Leben breit. Eigentlich möchtest Du sehr ehrlich sein. Doch die Flut der groben Buchstaben schreckt Dich ab. Du hast einen starken Willen. Doch tausend Bemerkungen über Deine ehrlichen Worte torpedieren Deinen Willen. Die Kugeln stecken tief und verletzen Dich. Nun wirst Du bewertet, denn Du blutest. Eigentlich möchten Dir Deine Eltern helfen. Eigentlich sind sie keine Abbilder. Eigentlich finden sie, dass Du eigentlich ehrlich sein solltest. Sie selbst können eigentlich ehrlich sein. Sie können Wahrheiten eigentlich gut ertragen. Die Maschine haben sie nicht gemacht. Sie waren eigentlich nur die ersten Nutzer. Sie sind also eigentlich unschuldig. Und dieses Eigentlich bringt Dich an die Waffen, die es eigentlich nicht gibt, weil eigentlich alles nur ein Spiel ist. Natürlich gibt es gefährliche Spiele. Die haben aber eigentlich nichts mit den Amokläufern…die waren eigentlich schon vor ihrer Geburt…an der Maschine. Dieses Eigentlich macht sich so breit in diesem Land, dass Menschen nicht mehr wissen können, was eigentlich wirklich wichtig ist.
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Das ist der Freund von Kinan, Heiko und Sebastian. Freund - ich habe seinen Namen verloren und suche noch - lebt seit einiger Zeit in Berlin. Geboren wurde er in Syrien. Hier stellt sich mir spontan die Frage: „Was macht eigentlich Barbara?“ Barbaras Familie lebt ebenfalls in Syrien. Ich erinnere mich, dass sie Damaskus erwähnte. Ich muss jetzt leider etwas machen, was ich nicht mehr machen wollte, weil es 1-12 Menschen beschämen wird, die ihr eigenes Problem auf mich projizieren möchten: „Aha! Sie zeigt Blauäugige!“ Ich denke: „Aha! Die beschränkt geistige Masse von Thilo ist also - siehe da - in tolerante Köpfe gefallen, lähmt, verhindert den zweiten und dritten und vierten Gedanken. Die blauen Augen von Freund gefallen mir. 1-12 Menschen stigmatisieren Blauäugige. Freund muss man damit nicht zusätzlich belasten. Ich dachte heute darüber nach, dass eine vollendete Integration ein wunschgemäß gesamtes Abheilen verhindern könnte. Vielfalt birgt die Überraschung auf beiden Seiten. Einfalt lässt diese Überraschung fallen.
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Meine persönliche Freiheit ergibt sich, weil es keine Vorbilder gibt. Politik packt mich nicht. Journalismus fesselt mich nicht. Philosophie emanzipiert mich keinesfalls. Selbst auf dieser Seite befindet sich eine gescheiterte Philosophin, die abschreiben muss, weil es ihr an Geistmasse fehlt. Frau Emcke kann ich also nicht meinen. Mehr und mehr Journalisten verlieren den Überblick. Sie fallen zurück in ein Stadium, das nur bedauernswert ist. Das Ansehen der Universitäten wird von den Lehrlingen selbst demontiert. Am 23.Juli 2016 beschreibt eine Radiomoderatorin den Berliner Gay Pride. Sie moderiert wie ein alter lustiger Mann, der die Wahlberechtigung der Frauen noch immer nicht verkraften kann. Sie erklärt das Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street und sie beschreibt die Stonewall-Unruhen unangemessen heiter: „Homosexuelle wehrten sich da eben mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, auch mit Stöckelschuhen…“ Gab es 1969 eine Stöckelschuh-Liberalisierung für jene Männer, die mit brutalster Polizeigewalt überleben mussten? Wahrscheinlich stöckelte kein Mann durch die Christopher Street. Menschen wurden von der Polizei verhaftet, gedemütigt, denunziert, moralisch erpresst, registriert und kriminalisiert. Homosexualität gab es nicht. Es gab abartige Arschficker. Transsexuelle waren nicht transsexuell. Sie waren psychisch Kranke, die in Kliniken mit Elektroschocks behandelt wurden. Lesbische Frauen waren allenfalls frustrierte Weiber, die mit dem richtigen Kerl auf den richtigen Weg gebracht werden konnten. Wäre die heutige Gay Community in einer Gesellschaft, die lächelnd homophober wird, wahrhaft glücklich? Handelt es sich nicht um eine wirtschaftlich ausgepresste Gesellschaft, die Emanzipation, das Ganze, missverstehen muss, um anderen Menschen zu sagen, was sie im Grunde meinen? Braucht diese Gesellschaft nicht eben jene Randgruppen, um die eigenen Defizite dilettantisch therapieren zu können? Ist die Bedingung tragbar? Wer muss nach der Gleichbehandlung, nach der Eingliederung unterdrückt werden? Ist dieser Wunsch sehr gut durchdacht? Ich gehe zur Demonstration. Auf dem Weg muss ich selbstverständlich Amokläufer und Attentäter einkalkulieren. Aber schon im ersten Moment meines Eintreffens weiß ich: „Wenn mein Licht hier gelöscht werden soll, dann werde ich glücklich, mit guter Musik und in guter Gesellschaft sterben.“
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„Kennst Du den Weg zur Kamera?…Ich schrieb eine Geschichte, die nicht zum Foto passte. Dafür gibt es doch eine Kamera…Könntest Du mir den Weg zur Kamera zeigen?…Das wäre sehr freundlich von Dir…Ich störe wirklich sehr ungern. Ich habe gerade noch eine andere Idee. Vielleicht könnte ich den Gesichtsausdruck fotografieren?!…Ich will wirklich nicht stressen. Bleib mal so, bitte…“ Kultur kann bedeuten, dass 200 Friedhofsgäste ihre Tattoo´s zeigen. Kultur bedeutet nicht, dass ein teurer Tontechniker fragt: „Wie soll ich die Box in den Raum stellen?“ Kultur kann heißen, dass 200 Friedhofsgäste Lederwesten tragen. Kultur heißt nicht, dass die Boxershorts eines teuren Tontechnikers sichtbar sind (Pluraletantum). Kultur kann heißen, dass 200 Motorräder vor dem Friedhof gestartet werden. Kultur heißt nicht, dass ein Bagger kurz vor einer Zeremonie über den Friedhof baggert. Kultur meint auch, dass Menschen schweigen. Kultur meint nicht, dass Friedhofsverwalter ihre Gäste schweigend ignorieren. Ich möchte verkleideten Kulturwerkern - weites Feld - Folgendes zurufen: „Wer anderen eine Bratwurst brät - der braucht ein Bratwurstbratgerät.“
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„Sie sieht wie die Tochter von Slash aus. Voll gut, ey!“ Du musst jetzt sehr, sehr tapfer sein….das ist die Tochter von Slash! Kennst Du Linda Perry? Nein!? Das ist Ihre Mutter. Sie hat auch Songs für Pink komponieren müssen, um den häuslichen AB zu schonen. „Du spinnst jetzt…Das hast Du erfunden.“ Ach….und ich dachte, genau darum geht es. Ich dachte, dass wir endlich alle spinnen dürfen - zwischen all den Verkleideten. Vielleicht stehe ich schon morgen an einer Wursttheke und behaupte, dass ich Ärztin aus Leidenschaft bin. Dr. Quinn. Ich häute Kälbchen und Schweinchen und mache eine Ausstellung bei Lidl. Ich verkaufe das natürlich als Lebensmittel, also als Lehrauftrag. Ich setze mir einen Hut auf und schmeiße ein Pfund Butter in die Ecke: „Darf es ein Viertel mehr sein?“, frage ich den Immobilienmakler. Er wird vielleicht pikiert sein. Vielleicht, wer weiß, gehört er zu den umgesprühten Köchen, die einst gelockt und gekauft wurden. Ich, Dr. Quinn, entlarve Menschen, ohne zu wissen, dass ich Menschen entlarve. Und schon attestiere ich ihnen eine Krankheit: „Nervenkostüm gerissen! Nervöses Augenzucken! Aggressionen durch Gedächtnisstörungen!“ Bestatter rennen mit weißen Kitteln durch die Krankenhäuser. Ihre Institute sind schon bald leer. Holacracy-Menschen treffen sich selbst mehrmals am Tag: „Du und Du und Du und Du…Ihr seid alle Romy Schneider?!“ Agil joggen die Holas über Friedhöfe und picknicken fröhlich. Ihre Smartphones klingeln sich durch die Trauerreden und jeder gibt dem Landschaftsgärtner Anweisungen. Immerhin muss er die Bäume beschneiden. Philosophen werden Trauerredner, die Kamerateams für eine Bestattung gleich mitbringen. Holas sind DIE neuen Ritual-Experten. Kinder könnten, nach Lust und Laune, das Glockengeläut in Gang bringen, wenn sich die Holas aus der Beta-Version entpuppen. Pfarrer sind bedauernswert Brüskierte - und dann Bundespräsidenten. Promptus bestehen Moderatoren ihre Abschlussprüfung. Mit einem Gummiband stürzen sie sich telegen von Türmen und landen in der Tiefe. Am Boden werden Journalisten geboren, die sich gern auch in den verwaisten Kirchenroben verirren: „Glaubt denn irgendeiner, dass das was bringt…oh Gott… Julianne Moore ist auch da…“ Der Joint in Indien kam erst danach. Droge hat nichts damit zu tun. Ich, Dr. Quinn, bei Bedarf nun auch Dentistin aus Leidenschaft, darf den öffentlichen und rechtlichen Anstalten eine Zahnspange verschreiben. „Zahnfleisch geht zurück. Kurios kariöse Ablagerungen. TAZ-Feuilletonistin ging freiwillig. Lockere Zähne machen Biss unmöglich.“ Holacracy meint in Berlin: Jeder macht, was er nicht kann. Aus verwirrten Fäden kann man kein Gewebe spinnen. Wer entwirrt? Echte Ärzte, echte Psychologen, echte Internisten. Holacracy ist Pfusch, also schlecht umgesprühter Kapitalismus: Eine billig lackierte Herrenklasse ernennt sich selbst und regiert in den privaten Gemächern, natürlich nicht auf eigene Kosten. Aufgeblasene Investoren blasen sie auf. Das Flugzeugprinzip wurde nicht angemalt. Man verlässt sich auf die verwirrten Fäden. Menschen mit verwirrten Handlungssträngen haben bekanntlich keinen Durchblick.
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Boris Johnson…der Außenminister…ist quasi ein verkleideter Journalist. Und viele Menschen spekulieren, dass ich auch ein Rassist sein könnte: „Sie liebt Sprache. Sie liebt Sprache nicht. Sie liebt Sprache. Sie liebt Sprache nicht.“ Wenn Du Dich das auch gefragt haben solltest, dann bist Du verkleidet und Deine Integrationsarbeit hat gut funktioniert. Gratuliere! Und während Du Deinen Style mehrfach ändern musst, um einen inneren Selbsthass zu ertragen, habe ich herausgefunden, dass Iraner und Franzosen einen ähnlichen Akzent sprechen, wenn sie mit einem Akzent sprechen. Das ist ein wichtiger Punkt für die europäische Integration. Akzente setzen. Schon vergessen?! Dieser Punkt wird wichtiger Bestandteil einer europäischen Kultur, die die Tür in die Welt öffnet. Ist Dir klar, dass Hass männlich ist und Wankelmut weiblich? Kannst Du ungefähr erahnen, was passiert, wenn Menschen beides in sich selbst vereinen? Der Bürgermeister von Berlin hat das Deutsch-Französische Fest nicht abgesagt, weil alle so betroffen sind. Er hat es abgesagt, weil er die Berliner Kultur nicht mehr kennt. Wir ehren die Toten, indem wir sie feiern. Wir heben die Gläser auf die Verletzten. Wir trinken und weinen mit den Familien. Wir drehen die Musik voll auf, um leise weinen zu können. Bürgermeister Müller is not the Leader of Berlin. Er erstickt echte Trauerkultur. Das Fest musste er absagen, weil er die Gäste nicht richtig einladen konnte. Er kultiviert nur seine eigene Unfähigkeit. Das ist erbärmlich! Und so kultiviert sich natürlich die Erbärmlichkeit. Dann ist das eben unsere Kultur. Ist doch toll. Schöne Verkleidung! Danke! Allerdings heißt die kultivierte Kultur Holacracy - auch Radical Agility. Was die Menschen in der Rigaer Straße sehr erfolgreich machen - nämlich das, was sie können - wird von Verkleideten bekämpft, weil sie unterlassen, was sie können. Was auch immer das sein mag. Und jetzt frag: Was hat das mit der Trauerkultur zu tun?
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Diese Seite hat keinen Namen und keinen Titel, weil es mich in dieser Gesellschaft nicht gibt. Neuerdings bin ich die Miriam Meckel der Arbeiterklasse. Das ist schon ein Aufstieg. Normalerweise bin ich eine Mischung aus Tilda Swinton und David Bowie. Claudia Marschner ist nicht genug. Diese Gesellschaft raubt echte Persönlichkeiten, imitiert fremde Persönlichkeiten. Der Tausch läuft seit Jahren auf Hochtouren. Jeder Mensch ist bereits ein mehrfach überklebtes Wesen. Authentizität verschwindet. Gesichter gehen nicht nur verloren. Sie werden gestohlen. Mit Frau Meckel würde ich gerne 6 Monate den Beruf tauschen. Ich glaube, sie wäre eine gute Bestatterin. Ich wäre demnach neue Chefredakteurin der Wirtschaftswoche…mit einem dicken Ring am Finger. Ich würde die Zeitung zum Pulitzer führen. Ich würde aber nicht darauf bestehen, dass mir die Mitarbeiter den Ring küssen. Könnte ja sein, dass das ein redaktionelles Ritual der WiWo ist. Pas de problème! Isch abe dieTitelstory wäre meine erste Titelstory. Ich würde diese absurde Titelsucht einer Gesellschaft entblößen, die Schuhverkäufer und Schuhverkäuferinnen verschwinden ließ. Wem dient ein CEO? Sitzt er einem Kunden zu Füßen? Greift er eine Fessel, um einen Fuß auf die gummierte Schräge seines Lederhockers zu stellen? Beherrscht ein CEO den eleganten Damensitz? Kann er mit einem Schuhlöffel arbeiten - ohne Schmerzen zu verursachen? Jene werden lachen, die ihre Vorstellungskräfte verloren haben. Dieses Lachen ist der eingebaute Teil einer kopierten Show, die laufen muss. Ohne diese Show bricht der ganze Laden zusammen. Auf Seite 3 würde ich die Geschichte um die Rigaer Straße richtig erzählen lassen. Es ist merkwürdig, dass gesichtslose Investment Groups die Polizei rufen dürfen, weil sie Persönlichkeiten, also Menschen, die doppelte und dreifache Mieten nicht bezahlen könnten, verdrängen möchten. Axel Springer aka B.Z. fährt das alte Programm hoch und titelt sich die dritten Zähne locker. Sinngemäß ist DER linke Terror seit Jahren eine unerwartet dunkle Wolke, die aus dem heiteren Berliner Himmel fällt. Ganz neu! Springer möchte verkaufen, befeuert gleichermaßen ahnungslos den Herrn Henkel, der die Manhatten-Mieten kultivieren möchte. Und wer liest kurioserweise diese Zeitung? Jene Menschen, denen man die Persönlichkeit rauben kann, weil sie die schwächsten Glieder der Gesellschaft sind. Die Show ersetzt ihre Kultur, die nicht mehr berühren soll, die nicht mehr berühren kann. Deshalb würde ich das Thema Tattoos in die Seite 6 der gleichen Ausgabe stechen lassen. Immer mehr Menschen lassen sich tätowieren. Personalausweise zeigen Persönlichkeiten, die für diese Gesellschaft nicht gut genug sind. Ihre Identität reicht nicht aus.
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Die Unterhaltung mit schweigsamen Menschen sollte man unterlassen. Traurige Menschen sollte man unterhalten. Viele Fragezeichen fliegen nun durch die Luft. Nähe und Distanz? Sein oder Nichtsein? Rein oder raus? Wühlen oder Gleichmut? Die Balance zwischen Krieg und Frieden ist ein langweiliger Ort, also ein Ort mit sehr langen Weilen. An einem langweiligen Ort denken Menschen nach - denken sich Menschen etwas aus - auch gemeine Dinge. Frau Emcke denkt. Hannah Lühmann denkt sich das Gemeine aus. Am 24.6.16 schreibt sie in DIE WELT: „Ach ja, Carolin Emcke. Carolin Emcke den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zu verleihen, ist in etwa so originell wie Bambi süß zu finden. Dass Carolin Emcke auf der Seite der Guten steht, ist unter modernen Intellektuellen so klar, dass man es getrost auf Facebook posten kann, bevor man postet, dass man schockiert vom Brexit ist, dass Donald Trump eine komische Frisur hat oder dass Latte-Macchiato-Mütter langweilig sind.“ Unumstritten steht nun die Tatsache, dass Latte-Macchiato-Mütter Denkerinnen, also Langweilerinnen sind, also Menschen, die in ihren langen Weilen denken. Vielleicht ist Frau Emcke eine komödiantisch aggressive Langschläferin, die täglich einen Bols (b)raucht. Vielleicht fällt Frau Emcke aus der Balance. DER LÜHMÄNNISCHE TROPFEN ZUVIEL titelt die Süddeutsche - vielleicht schon morgen. Vielleicht klingelt das Telefon bei Ursula, während das Fass der Frau Emcke überläuft. Vielleicht werden wir uns noch alle wundern. Frau von der Leyen und Frau Emcke machen die Feuilletonisten platt. Innerhalb von Stunden sind die alle in Gefahr. Wer weiß das schon? In der Lühmännchen steckt diese unterschwellige Aggression einer preislos Namenlosen, die durch Kleinkriege Berühmtheit erlangen möchte. Vielleicht ist die Hannah traurig? Vielleicht muss sie erst durch den Lühmann? Vielleicht kann sie dann über den Frieden schreiben, kann den Frieden genießen, kann Frieden schließen, um einen Friedenspreis… Wenn sich die Fachkräfte, im Zeitalter des Fachkräftemangels, nicht mit der Hannah unterhalten….wer weiß…Vielleicht ruft auch die Frau Lühmann bei der Ursula an. Vielleicht rüsten sich plötzlich alle Feuilletonisten auf und schießen auf zu langweilige Preisträger. Was passiert also, wenn ein Narrativ fehlt? Was machen die bedrückten Sprachlosen unter den Schweigsamen, die Traurige nicht mehr unterhalten können? Mag Hannah Lühmann die Menschen? Mag Frau Emcke die Menschen? Können sie den Spiegel in der Opposition ertragen? Ist das Menschenmögen zu langweilig? Kann deshalb natürlich geschossen werden? „Wir glauben, dass der Mensch in jeder Situation, unter jedem System, in jedem Staat die Aufgabe hat, Mensch zu sein und seinen Mitmenschen zur Verwirklichung des Menschseins zu helfen.“ (Ulrike Meinhof)
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Der Doppelpunkt an einem D, also :D, lässt ein gesamtes Weltbild zusammenbrechen. Heute schrieb mir eine Frau, die ich für einen Trauerfall buchte. Ihre Titel versicherten glaubhaft: „Die Trägerin besuchte vor langer Zeit eine Universität.“ Die Erkennung vor langer Zeit impliziert: „Die Trägerin ist keine Schülerin. Sie hatte Zeit und deshalb liegt die Vermutung sehr nah, dass sie mit ihrem Werkzeug, in diesem Fall die Sprache, umgehen kann.“ Meine Mailbox hat nun grobe Dellen. Auch das ist nicht neu in der Neuzeit. Sie sandte insgesamt 8 Mails, die unmittelbar aufeinanderfolgten: Spiel, Macht, Übergriffigkeit und Anmaßung wurden mit einem :D abgeschlossen. Die Zeit ist reif! Bankrotterklärungen werden auf die Straßen geworfen. Trauerkarten werden sicher bald die Unterschrift :(( tragen. Briefköpfe rollen mit einem :DD. Kranzschleifen drücken den letzten Gruß mit @—(>)— aus. Kondolenzschreiben drücken ihren Schock damit aus :-O. Die Symbole erinnern mich fast ein wenig an den einfachen Sprachhammer (m)einer Nachbarin: Die-Alte-da-ey. Das D, wie Delle, klopft sie quasi mit einem Hammer. Man kommt damit durchs Leben. Ich habe nur den sehr starken Verdacht, dass ein Hammer keine Trauerrede formulieren kann. Der Fachkräftemangel ist kein politisches Thema. Er ist ein gesellschaftliches Problem ;)). Dieser Mangel ist aber auch eine Chance. Diese junge Dame ist bereits aufgestiegen. Die Arbeiterklasse kann schon heute alle Positionen einnehmen. Sie kann alle Türen öffnen. Die Schlüssel liegen direkt auf der Straße.
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Das Vertrauen jener Menschen, die vertrauen müssen, ist aufgebraucht. Sie glauben nichts, was Menschen sagen, die ein Mikrofon halten dürfen. Eigentlich müssen sich viele Journalisten mit einem Mikrofon stabilisieren, weil sie Probleme haben. Das ist nicht schlimm. Viele Menschen haben Probleme. Das tut jetzt ein wenig weh - ist aber nichts gegen tägliche Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Knochen, die sich langsam zermahlen. Menschen, ehrliche Menschen, glaubten sehr lange, dass Akademiker, auch die, die 99 Semester studierten, ein Bildungssystem erhalten, ausbauen und pflegen könnten. Sie hätten nie gedacht, dass Schulen politische Gefechte aushalten müssen. Der Lehrermangel, der ständige Stress, der sich um Schulen aufbaut, könnte dazu führen, dass reiche Menschen Eliteschulen bauen, damit ihre reichen Kinder in Ruhe lernen können. Kinder der Proleten sind unwichtig. Jene Proleten vertrauten auch lange den Kirchen. Niemand wäre im Traum darauf gekommen, dass Priester Kinder missbrauchen. Nicht 1 Priester. Nicht 2 Priester. Sie taten das weltweit und sie wurden von der Kirche gedeckt. Sie missbrauchten nicht vorrangig die Kinder der Eliten, denn die hätten niemals derart lange geschwiegen. Freie Journalisten, also jene, die nicht nur Propagandaorgan einer Anstalt sind, müssen heute sehr genau erfragen, warum eine Religion zu Deutschland gehört, warum sie also nicht mehr nur Gläubigen gehört, was einen Unterschied macht, denn im ersten Fall wird Religion politisiert und im zweiten Fall entfaltet sie sich - oder eben nicht. Das strategische Aufheizen ist eine Spezialität der westlichen Welt. Diese Spezialität ist elitär. Sie tropft bis in die Mitte der Gesellschaft. Oben geht es um Rohstoffe, heute also auch um Menschen. In der Mitte geht es um den Erhalt von Beziehungen, die nach oben führen könnten. Manche Menschen würden wirklich alles verraten und verkaufen, um nach oben zu kommen. Wer will schon Rohstoff sein?! Arbeiter waren, vor sehr sehr langer Zeit, große Bewunderer der Eliten. Taxifahrer räuspern sich heute nur kurz, wenn sie zum Flughafen Schönefeld fahren müssen. Kein so wirklich gutes Zeichen.
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Nur das Leben besiegt den Tod. Kultur ist eine Haltung. Kultur ist der pathetische Teil einer Gesellschaft. Kultur ist die Seele einer Nation. Der Teil, der verlacht und verspottet wird. Der Teil, der verkauft wird und in den Schmutz geworfen wird. Kultur speichert Vergangenheit, füllt Gegenwart und sie spendiert die Zukunft. Kultur kann man atmen, riechen, schmecken. Es ist das Bekannte in der Unbekannten. Wir können die Friedhöfe abschaffen - und doch würden wir unsere Toten erinnern. Wir lassen einsame Tote über Ordnungsämter verscharren. Unsere Zukunft wird sich dafür schämen müssen. Wir könnten Baseball spielen - und doch würden wir den Fußballsport vermissen. Wir können die Ordnung abschaffen - und doch würden wir das Bedürfnis nach Ordnung in uns verstecken. Menschen müssen eine eigene Haltung finden. Eine fremde Steuerung betäubt die Seele. Das wirft Neid auf, der den Spott auf den Plan ruft. Ich weiß es, weil ich Fehler in meine Post setze, die ich an Behörden sende. Eine Gesellschaft, die ihre eigene Kanzlerin Ossimädchen oder Mutti nennt, ist nicht respektabel. So eine Gesellschaft kann niemals europäische Visionen entwickeln. Im letzten Jahr gab es einen Streit, der sich öffentlich ausbreitete. Eine Lehrerin bat den Vater eines Jungen zum Gespräch. Sie trafen sich in der Schule. Der Vater begrüßte die Lehrerin. Aus religiösen Gründen konnte er ihr nicht die Hand geben. Er erklärte ihr das. Sie brach das Treffen ab und ging. Er erstattete Anzeige, sah sich in seinen religiösen Freiheiten beschnitten. Ärgerlich wurde es allerdings erst, als sich die Experten für Integration äußerten. Eine Lehrerin müsse über solchen Dingen stehen. Sie soll sich mal nicht so haben. Sogenannte Experten wollten Rassismus im Keim ersticken, produzierten ihn genau an diesem Punkt und pflanzten ihn direkt in eine Schule hinein. Wir werden pathetisch: Zwei Meister treffen sich. Eine Lehrerin und ein Imam. Eine Lehrerin ist eine geachtete Frau, weil sie Lehren überliefert. Die Schüler stehen auf, wenn sie einen Raum betritt. Eltern sind stolz, wenn sie ihnen zur Begrüßung die Hand reicht. Eine Lehrerin ist ein Vorbild. Kinder sehen zu ihr auf. Ein Imam ist ein Meister. Er ist ein Lehrer, der seine Lehren überliefert. Er wird geachtet und respektiert. Menschen folgen ihm. Er ist ein Vorbild. Beide Meister treffen sich. Er kann ihr nicht die Hand geben. Sie bricht das Treffen ab. Ende der Geschichte. Kultur hat kein Verfallsdatum. Andernfalls gäbe es keine Zukunft.
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Es floss viel Wasser in die Spree und in die Themse. Nun geht die „Königin“. Sie hat schlicht und einfach die Faxen dicke. Ein typisch deutscher Radiomoderator gab heute den Tropfen auf das lange übergelaufene Fass: „Also…äh….die eher ungebildeten Menschen gaben ihre Stimme für den Brexit und….äh… die gebildete Schicht stimmte dagegen.“ Er zählte noch die Altersgruppen auf und ich dachte: „God save the Queen.“ Ein typisch deutscher Moderator ist noch immer kein typisch europäischer Moderator. Er steht für Millionen Nationaleuropäer, die glauben, dass man ausgerechnet Briten wie olle Scheuerlappen behandeln könnte, dass man öffentlich sagen kann, dass ungebildete Briten den Brexit wollten. Very impolite. Ich fragte heute - so ziemlich jeden: „Nenn mir drei gute Dinge, die Europa hervorgebracht hat.“ Stille, leise Exporterleichterungsäußerungen. Das amüsiert mich wirklich jedes Mal, dass Menschen immer diesen Export propagieren. Wir hätten vielleicht mehr Queen importieren müssen. Am Ende zischelte wirklich jeder diese Gedanken an uniforme Glühbirnen, uniforme Bildung, Bananen und Gurken. Obendrauf, das ärgert mich persönlich extrem, haben wir seit Jahren europäische Steuergesetze, die keine Anwendung finden, weil ausgerechnet sehr kluge Ideen dahinterstecken, die dem Steuerzahler das Leben nicht zur Hölle machen. Erst hatte ich ein flaues Gefühl im Magen. Dann merkte ich, dass die Börsennachrichten flaue Gefühle verbreiten sollten. Später hörte ich von London-Urlauben, weil das Pfund so unten ist, wie schon seit 30 Jahren nicht mehr. Jetzt weiß ich: Wenn die Königin geht - dann kommt endlich Leben in diesen Muffraum, der sich noch immer Europa nennen darf, in dem seine Protagonisten tatsächlich noch immer von europäischen Ideen reden, ohne auch nur eine Idee zu spinnen. Angela Merkel und Herr Schäuble sind Bremsschaum für Europa. Sie verbreiten diesen Muff, der jede Vision erstickt, diesen Mief, der wirklich jeden Traum killt. Dieser europäische Apparat verschlingt Geld, redet über Geld, verdammt die Ärmeren, schürt einen europäischen Fremdenhass. Dieser Apparat hat das so derart lange praktiziert, dass ich mancherorts sagte: „Nein! Ich bin keine Deutsche! Ich bin Schwedin!“ Menschen glaubten an ein multikulturelles, lustvolles, interessantes Leben. The Queen is not amused und endlich kommt Leben in eine gemeinsame Sache - die benannt werden muss. Sag es laut!
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Arbeiter - Ärzte - Artisten. Drei Säulen, also Arbeit - Versorgung - Kunst. Die Dynamik, das Tempo ändert sich, wenn man die Träger einer Gesellschaft austauscht. Die Krake bleibt stehen, wird aber aus sämtlichen Trägerfunktionen gelöst. Verwaltungen werden von Wirtschaftsprüfern kontrolliert. Verschwendung wird in Gänze unterbunden. Verteilung orientiert sich an Bedürftigkeit. Steuern sinken und Löhne steigen, weil logische Aspekte zählen. Durch Effektivität sinken die Arbeitszeiten. Die Familien haben plötzlich Zeit füreinander, Zeit für Kunst, aus der sich, scheinbar selbstständig, eine multikulturelle, also zeitgemäße Sprache entbindet. Kriminalität sinkt. Lothar de möchte schnell geschulte Hilfspolizisten bewaffnen und auf die Straße stellen. Wie bildet man schnell liberale Menschen an der Waffe aus? Wo findet Lothar de halbwegs entspannte Menschen, die Waffen tragen? Wie verhindert er in seinem Schnellverfahren einen zweiten NSU? Am Ende gibt es eine richtige Polizei und eine Hilfspolizei. Beide werden sagen: „Wir können nichts machen. Uns sind die Hände gebunden. Wir dürfen nichts sagen.“ Am Ende bewaffnet er private Haushalte. Am Ende schießt sich ein Vierjähriger in den Kopf. Im Treibsand muss man sich keinen Sand in die Augen werfen. Das wäre wiederum ein Fall für einen guten Arzt.
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Wir müssen den Rassismus bekämpfen, der sich ausbreitet - bis in die Mitte der Gesellschaft. Stammt Frauke Petry aus der Arbeiterklasse? Sie wird, wenn ihr Programm auf Hochtouren läuft, sagen können: „Ich bin Chemikerin, mein Mann ist Pfarrer. Der Rassismus kam zu uns. Wir haben Rassismus nicht gemacht.“ Wer sollte an den Grenzen schießen? Einfache Soldaten. Wer liefert? Einfache Fahrer. Wer räumt die Welt am Ende auf? Arbeiter und Arbeiterinnen. Mancherorts räumen Kinder die Welt auf. Ansichten eines Wählers: „Warum interessierst Du Dich für Politik?“ Politik interessiert mich nicht. Ich suche eine Geschichte, in der es nicht um den Tod geht. Ich dachte, ich müsste dafür nur mein Geschäft verlassen. Ich dachte, da draußen riecht es nach Leben. Ein sehr großer Irrtum.
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Es gibt mehr und mehr Menschen, die davor warnen, dass man, wenn man seine Meinung sagt, auf einer Liste landen könnte. Meine Großmutter stand auf politischen Listen und wurde 94 Jahre alt. Meine Mutter stand auf politischen Listen, weil ihre Schwester auf politischen Listen stand, die deshalb auf politischen Listen stand, weil meine Mutter… Demnach müssen meine Schwester und ich auch auf Listen stehen. Mein Vater! Der stand auf einer anderen Liste. Tauben bekommen Ringe. Der Chip wird die Listen ersetzen und das machen Menschen mit, weil Menschen in Angst versetzt werden. Das Mittel Angst funktioniert immer. Die Angst wird zunächst durch Sprache verabreicht, damit die Klassengesellschaft läuft - wie sie läuft. Ich wähle eine Person der Öffentlichkeit. Eine Frau, die eine glaubwürdige Humanistin ist: „Carolin Emcke ist eine deutsche Publizistin. Emcke studierte in London, Frankfurt am Main und an der Harvard-Universität Philosophie, Politik und Geschichte. Sie war Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und promovierte in Philosophie über den Begriff >kollektive Identitäten<.“ Ich mopse ihr das Wort kollektive und lasse ihr die Identitäten. Ich nehme ihr dieses Wort weg, um eine gleiche Berechtigung zu stellen. Im Januar 2016 ist Carolin Emcke Gast beim SRF: „Sternstunde Philosophie - Wie geht neu anfangen?“ Sie ist gewinnend und sie baut Vertrauen auf. Dann sagt sie, was die Gesellschaft auftrennen soll, was ich als politische Steuerung erkenne. Sie sagt, dass es ein Glück ist, ein unverdientes Privileg, in einem Land geboren zu sein, in dem sie friedlich aufwachsen durfte…“Man soll nicht glauben, dass man sich das verdient hätte.“ Dieser Satz entspringt einer politischen Steuerung, die die Gegner in den Gesellschaftsschichten aufstellen soll. Es ist Glück, wenn man in der gehobenen Gesellschaftsschicht geboren wird. Es ist Arbeit, wenn man an eben jenen Universitäten studieren darf. Es pflegt das Glück ein, wenn eine Promotionsurkunde überreicht wird, wenn ein Diplom gerahmt werden kann. Anerkennung und Würdigung ist an Glück gekoppelt. Es ist Unglück, wenn man wirklich alles verdienen muss und die einzige Auszeichnung ausdrückt: „Man soll nicht glauben, dass man sich das verdient hätte.“ Kriege wirken wie Naturkatastrophen, wenn Frieden nur ein Glückstreffer ist.
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Manchmal hilft eben nur die Musik, um den inneren ZIP-Anzünder zu beherrschen. Manchmal möchte man in einem Restaurant auf den Tisch springen und poetische Verse - laut und deutlich - rezitieren. Man möchte die Flamme erhalten, die Menschen in Leidenschaft versetzt. Manchmal möchte man einfach auf fremde Tische springen; und wenn den Gästen der Mirabellen-Kompott um die Ohren fliegt, möchte man die Krawatte eines Krawattenträgers packen und einen feurigen Vers in sein Gesicht rezitieren - direkt hinein. Vielleicht möchte man noch eine Weile in seine Augen sehen, um dann einfach zu rülpsen. Man möchte das menschliche Feuer sehen - das flackernde Leben. Man möchte einen Schrei hören, denn auch das Entsetzen ist lebendiges Leben. Der kollektive Verstoß, die Einigkeit einer tribunalen Restaurantgesellschaft bringt die Ruhe, den Frieden, die Gewissheit, dass Menschen noch am Leben sind.
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2:0 ! Bitte keine Vorverurteilungen. Lewandowski beschädigt den Fussballsport nicht. Er ist tot. 1:50! Bitte keine Vorverurteilungen. Mateen beschädigt den Islam nicht. Er ist tot. Die ZEIT schreibt: „Nie gab es bei einem Schusswaffen-Attentat in den USA mehr Opfer. Bei einem Amoklauf 2007 an der Virginia Tech Universität waren 32 Menschen gestorben.“ 1:50 is the highest Score ever…Wir haben also allen Grund zur Freude. Ladies and Gentlemen…the one and only… öffnet bereits geöffnete Augen. Bitte! Spielt die Schockierten! Diese Welt war Wir sind Charlie Hebdo. Die ganze Welt hat JA gerufen - JA zur Islamophobie, JA zur Homophobie. Die öffentlichen Stimmen haben ein deutliches JA gegeben. „JA, verachtet die jeweils anderen Menschen!“ Sie hielten Blei-Stifte hoch, die Wesen beschmieren müssen, um die Freiheit zu schützen. JA hieß die Antwort! Nein! Jeder Funke Trauer würde die zynischen Blei-Stifte spitzen. Nein meint Pride. Nein meint Humanismus. Nein meint das Gegenteil von Ja. Welche Facetten hat Trauer? Einige wissen doch hinterher immer alles besser. Wie wird Trauer bereits zu Lebzeiten manipuliert?