Claudia Marschner

Das Fehlen

Eine Beschreibung über das Fehlen fehlt in dieser Gesellschaft. Wer oder was fehlt? Diese Information kommt nur aus erster Hand, weil die Kenntnis der Erfahrung entspringt. Die Geschichten über das Fehlen werden kaum einen Zuhörer finden, weil wir in der absurdesten Phase des Kapitalismus stecken. Carolin Emcke schreibt eine Kolumne in der SZ. Sie wählt den Titel 'Lärm' und sie beschreibt die zersetzende Kraft von Donald Trumps Kommunikation. Der Medientransporter für Lärm ist nicht wirklich neu. Der gemeine Stil ist klar: In der Mitte cremen sich Journalisten gegenseitig den Rücken ein. Die Nachrichten fehlen. Damit geht die Sensation der gesamten Geschichte unter: Der personifizierte Kapitalismus regiert. Ein Präsident fehlt. Der Kapitalismus muss laut sein, Kapitalismus darf nie Wort halten, er ändert seine Meinung natürlichermaßen täglich, weil Noten den Takt angeben - in dem Fall Banknoten. Die GRÜNEN kümmern sich nicht um die Landwirtschaft, weil Bauern nicht so leicht zu ködern sind. Der Kapitalismus sucht Wähler. Grüne fehlen. Frau Ditfurth hat über die Rechten Abhandlungen verfasst. Kapitalisten lachen! Nur das Bärtchen macht wirklich Auflage. Laut Umfrage gibt es keine Nazis. Und! Die Creme auf dem Rücken muss zunächst einwirken. Man kann als Journalist nicht einfach die Augen aufmachen und Themen finden: "Sorry! Ich bin Preisträgerin." Der Herr Müller erfreut sich am Kapitalismus. Er verkauft die städtischen Friedhöfe Berlins an Filmproduzenten: "Nein, Frau Marschner. An dem Wunschtag Ihrer Kunden können wir keine Bestattung durchführen. Da wird auf unserem Friedhof eine Serie gedreht…Na, es bringt eben Geld." Kultur fehlt. Ein politischer Bürgermeister fehlt. Andernfalls müssten die Mitarbeiter der Bezirksämter nicht streiken. Es gibt Journalisten, die mich tatsächlich fragen: "Sollen wir etwa Hellseher werden?!" Man muss sich nur die Bilder der Fotojournalisten ansehen. Der Kapitalist deckt sich und sein Wirken auf. Demonstranten in Amerika sind echte Menschen. Sieh an! Und endlich sieht man die müden Arbeiter, die von einem einzigen System fertig gemacht wurden. Man sieht auf jenen Bildern Menschen, die wie Sklaven domptiert werden.

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