Die AfD, die AfD
17/08/26
Der Mauerfall 1989 bleibt eine Nachkriegssensation für mich. Leider verkam der Fall der Mauer zur Zirkusattraktion derer, die noch heute über Ostdeutsche und Westdeutsche reden, die auch heute so tun, als hätte es in der Weltgeschichte immer nur einen Westen gegeben, der aus einem Anfall der Langeweile gnädigst eine Mauer öffnete, um durch und durch Fremde gönnerhaft mit einem Hunni zu begrüßen. Ossis sind bis heute billig und ungebildet, deshalb verdienen sie auch noch weniger. Ossis haben keinen Sinn für Mode oder für eine modische Sprache. Ossis haben keine kosmopolitischen Attitüden. Ossis waren schon immer Ableger Russlands. Der Legende nach müssten US-Alliierte damals in der Hauptstadt entschieden haben: "Die West-Berliner sind so dermaßen hübsch und über die Maße intelligent. Wir nehmen die. Die sind irgendwie amerikanisch; und J.F. is ein Berliner." Das der Mauerfall Weltstars befreite, schrieb niemand. Nina Hagen, Katarina Witt, Arnim Müller-Stahl, Rammstein, Angela Merkel, Tokio Hotel, Axel Schulz sind verirrte Westdeutsche im Osten gewesen. Der wilde Westen trampelte also durch einen Osten. Er verkaufte Schrottautos und Schrottversicherungen. Er nutzte den guten Glauben der eigenen Landsleute aus, nannte sich bösartig Treuhand und gab grinsend den letzten Todesstoß. Sogar das Ost-Ampelmännchen kam unter den Lizenzhammer. Gier frisst Hirn. Nicht erst seit gestern stellt sich die AfD auf. Ich habe Sorge, dass der Osten, der offenkundig noch immer nicht Deutschland zu sein scheint, das zweite Mal auf den Leim geführt wird. Als Kind bewunderte ich die Matrjoschka, diese hölzernen Puppen, die in sich verschachtelt sind. Sie sind ein Symbol für Mütterlichkeit, Fruchtbarkeit, Familie und Zusammenhalt. Diese bunten kleinen Mütterchen faszinierten mich und ich versuchte damals, die inneren Puppen gnadenlos, gegen jede Kant'sche Moral, auszutauschen. Asterix passte sich gut ein und auch die Mondrakete von Tim und Struppi passte bestens hinein. Eine Lösung für die entnommenen Puppen hatte ich nicht gefunden. Sie passten weder zu Ken und Barbie noch zu meinen Figuren von Playmobil. Sie behielten ein Alleinstellungsmerkmal und wirkten ein wenig reserviert. Heute denke ich, dass, wenn ich die AfD wählen würde, Elon Musk rauskommt. Dieses Gefühl lässt mich einfach nicht los. Die Schwarz-Gruppe, Mutter von LIDL und Kaufland, baut in Lübben ein KI-Rechenzentrum. LIDL sammelt über die App schon ordentlich Kundendaten. Diese Daten sollen auch extern verwertet werden. Die Spezial-Chips und die Hardware liefert sicher der US-Konzern Nvidia. Der deutsche Konzern Infineon, München, stellt nur Halbleiter her. Es gibt keinen deutschen Konzern, der KI-Chips herstellen kann. Nun wirbt die AfD auf einem Plakat mit einer blonden Frau im Dirndl. Das irritiert mich, weil die Bilder nicht stimmen. In den USA singt und sagt man nicht Servus, Gruezi und Hallo, wie Maria & Margot Hellwig. Blondinen in den USA singen und sagen I'm Britney bitch. Insofern machte der berliner AfD-Politiker, Julian Adrat, einen großen politischen Fehler, da er Bill Kaulitz irrtümlich homophob angriff. Der lebt zünftig in der goßen Matrjoschka, so als echter Ostdeutscher. Er spricht perfekt englisch und deutsch. Er ehrt mit seinem Look teilweise sogar auch Elke Sommer. Angepasster geht es ja kaum noch. Das ist doch der Patriotismus, den Frau Weidel aka Elon Musk aka Trump züchten sollen. Ist die AfD nur eine neue Treuhand?