Einheit

Kein Bestatter im Land würde jene Politiker für eine Trauerfeier buchen, die am Tag der Deutschen Einheit zu uns sprachen. Herr Steinmeier müsste demnach weniger Geld verdienen, als ein Trauerredner. Eberhard Cohrs hätte eine deutlich amüsantere Einheitsrede gehalten. Helga Hahnemann sprach ganz sicher bereits 1970 ein gepflegteres Englisch als Frau Baerbock heute, die mit rund 16.000 Euro im Monat einen diplomatischen Scherbenhaufen in der Welt hinterlassen wird. Angelica Domröse hätte ihr ein dramaturgisches Sprachtraining geben können. Der Westen und der Osten. Das schreiben Medien im Jahr 2023, ohne jeden Kompass. Der Westen hält Reden. Der Osten muss zuhören. Der Westen diktiert Löhne. Der Osten muss lieb danken. Die Einheit ist eine klare Zwangsehe. Der Westen mimt den reichen Mann. Der Osten muss die gefällige Frau sein. Toll wäre es doch gewesen, hätten die Menschen aus der ehemaligen DDR nach dem Mauerfall Nein zur Einheit gesagt. Freiheit! Das wäre für Deutschland eine tolle Erfahrung gewesen. Freie Ossis, die sich selbst erfinden, die sich emanzipieren, die einen Teil des Landes neu konzipieren und kreieren. Freie Menschen, die ganz anders über die Geldwirtschaft nachdenken, die anders über Politik denken können, die andere Einblicke in militärische Interventionen haben. Der Osten wäre ohne die Einheit heute sicher das Valley von Deutschland - ohne Banken vielleicht, Ideenküche für Kryptowährung, ein Ort der guten Künste. Tradition wird in Freiheit immer verwandelt. Vielleicht wäre Thüringen heute ein guter Ort für Alte, die gemütliche E-Clubtrabis fahren - ohne Polizei, weil ohne Kriminalität. Vielleicht gäbe es in dieser Freiheit coole Adi-Festivals. Mach mit - mach`s nach - mach`s besser wäre plötzlich ein politischer Slogan, der die Arbeitslosenzahlen sinken ließe. Ein Westen, der keine Visionen hat, unterbindet, erhebt Besitzansprüche, reduziert "seinen" Osten auf das Ampelmännchen, füttert Bananen und gibt ein Taschengeld für den Haushalt, geht selbst groß einkaufen. Die Ossis sollen ersticken, an dem, was sie nicht sagen können. Einspuren sollen sie sich. Dabei wird der Westen immer schmaler, immer kleiner, immer grotesker, immer unglaubwürdiger, immer verwirrter. Heute klingen so ziemlich alle Politiker wie Herr Stoiber, der Flugzeuge vom Bahnhof München starten ließ und versicherte, dass man in zehn Minuten locker sein Geld in Frankfurt finden würde. Giovanni Trapattoni hätte eine markante Einheitsrede mit Herz gehalten: "Sie haben gespielt wie eine Flasche leer. Ich habe fertig!" Ich habe Menschen aus der ehemaligen DDR immer als freier und offener empfunden, weil sie sich nie selbst aufblasen. Frau Merkel hat doch deutlichst belegt, wie neidisch und bösartig der Westen Fallen stellt. Kohls Mädchen war plötzlich eine Vatermörderin, weil sie Kohl nicht deckte. Das ist doch an Krankheit und Dummheit nicht zu toppen. Mit welchem Gesicht halten solche Leute Einheitsreden? Mit welchem Gesicht wurde über Frau Merkels Frisur gelacht? Solche Leute halten in der St. Michaelis Kirche im Kern eine bigotte Trauerfeier ab. Sie tragen die Einheit zu Grabe; und sie merken es nicht. Auf der Trauerkarte steht: "Wir wollen mit Euch feiern." Der Westen redet natürlich, ohne jeden Inhalt. Das ist Stoiber'sche Verwirrtheit. Politiker im Westen spalten das Land. Das ist ihre Natur geworden. Sie können Einheit nicht. Dafür sind sie zu verwahrlost. Sie können Demokratie nicht. Dafür drehen sie sich öffentlich schon viel zu lange um sich selbst. Sie können auch Migration nicht. Der Weltfrieden ist in extrem weite Ferne gerückt. Der Weltkrieg um Wohlstand manifestiert Klassen, Armut und Tod. Deutschland ist ein Land ohne Einheit. Das hat die Fronten verhärtet. Die Eheleute streiten gerade um die Kinder, über die Alimente, über einen Versorgungsausgleich, über das Haushaltsgeld und über die Grundsicherung. Keine Zwangsehe hatte je eine Vision.